Geposted von Maxellent,
Am 15. Mai setzte Riot Games Echo Fox eine Frist von 60 Tagen, bis zu der das Unternehmen den Shareholder entfernen sollte. Weil dies nicht klappte, steht jetzt der Verkauf des LCS-Slots der Füchse an. Nun haben sich Fox und Raizada öffentlich zu dem Thema geäußert. Der Ex-NBA-Star erhob schwere Anschuldigungen gegen Raizada.
Echo Fox mit Geldproblemen: Raizada soll Notlage ausgenutzt haben
Zu Beginn des Gesprächs mit Richard Lewis in dessen Podcast-Format "The Richard Lewis Show" schildert Echo Fox-Mitbegründer und -Manager Rick Fox die finanzielle Lage seiner Organisation, die in den vergangenen Monaten nicht allzu rosig gewesen sein soll.
Das Unternehmen hätte demnach Schulden gemacht und musste einen Sparkurs fahren, der laut Fox auch das LCS-Team der Füchse betraf: "Das hat dazu geführt, dass wir ein League-Team mit jungen Talenten und erfahrenen Spielern mit überschaubaren Verträgen betrieben haben. [...] Wir haben [im Spring Split] wahrscheinlich die niedrigsten Gehälter gezahlt, aber es trotzdem in die Playoffs geschafft."
Um die Schulden zurückzahlen zu können, habe Echo Fox einen Aufschub um ein Jahr mit den Gläubigern vereinbart. Zuvor hätte Rick Fox einem der ursprünglichen Echo Fox-Mitbegründer, nämlich Amit Raizada, dessen Anteile abgekauft, weil er diesen nicht in der Organisation haben wollte. Raizada habe im Anschluss die Echo Fox-Probleme ausgenutzt, indem er die Schulden der Organisation aufkaufte und verlangte, dass ihm das Geld sofort zurückbezahlt werden sollte.
"Er setzte dem Unternehmen die Pistole auf die Brust. [...] Das war Vertragsbruch, denn im Vertrag stand, dass die Rückzahlung der Schulden ein Jahr lang aufgeschoben werden kann", behauptet Rick Fox. Der ehemalige NBA-Star berichtet allerdings nicht, warum er den Fall nicht direkt vor Gericht brachte. Rechtliche Schritte wolle er nun einleiten.
In den anschließenden Verhandlungen habe Raizada erreicht, dass die Summe, die Echo Fox ihm schuldet, verdoppelt und in eine "Senior Preferred Debt" umgewandelt wurde. Effektiv bedeute dies, dass Raizada den Löwenanteil der Echo Fox-Einnahmen erhält, damit die Schuldsumme beglichen werden kann. Auf diese Weise sei Amit Raizada wieder Echo Fox-Shareholder geworden. "Ich habe geschrien und war frustriert", erzählt Rick Fox in The Richard Lewis Show.

Echo Fox entgingen 11 Millionen US-Dollar bei Slot-Verkauf
Ein paar Wochen nach diesen Ereignissen habe sich Raizada mit Jace Hall gestritten, seine rassistischen Beleidigungen gelangten dann an die Öffentlichkeit und riefen auch Riot Games auf den Plan. Es folgte das Ultimatum und anschließend der Slot-Verkauf.
Auf Nachfrage von Richard Lewis, warum Echo Fox Amit Raizada nicht aus der Organisation entfernen konnte, erläutert Fox: "Er besitzt Unternehmensanteile. Rassismus ist nicht illegal. Man kann ihn nicht dazu zwingen, seine Anteile abzugeben oder etwas zu tun, das seinen wirtschaftlichen Interessen schadet. [...] Deshalb musst du einen Deal finden, um ihn wegzubekommen."
Einen solchen Deal fand Echo Fox auch und schlug ihn Riot Games vor, allerdings lehnte der LoL-Publisher die Maßnahme ab, weil Raizadas Schwager die Anteile bekommen sollte und diese Lösung dem LCS-Veranstalter missfiel.
Echo Fox has submitted a proposal to sell its slot in the LCS to a new ownership group. The LCS is reviewing the potential sale and will be meeting with the proposed ownership group in the coming days.
— lolesports (@lolesports) July 24, 2019
Somit war Echo Fox zum Verkauf des LCS-Slots gezwungen. Zunächst habe Rick Fox sogar ein Angebot von einem Unternehmen bekommen, das die Marke Echo Fox aufkaufen und ihn als Shareholder dabeihaben wollte. Laut Rick Fox hätten die von Amit Raizada verursachten Veränderungen am internen Geldfluss, dem sogenannten "Wasserfall", und den Betriebsbestimmungen verhindert, dass die Echo Fox-Investoren diesem Angebot zustimmen.
Die gesamte Situation mit Amit Raizada habe für Konflikte gesorgt, denn potenzielle Investoren würden sich fragen, warum sie "ein antisemitisches, rassistisches, egoistisches, betrügerisches Individuum bezahlen sollten".
Nach weiteren internen Unstimmigkeiten habe Rick Fox auf Drängen der Echo Fox-Investoren hin einen Deal angenommen. Einem Bericht von ESPNs Jacob Wolf zufolge soll es sich bei dem potenziellen Abnehmer um Kroenke Sports & Entertainment und eine Summe in Höhe von 30,25 Millionen US-Dollar handeln.
Bitter für Echo Fox: "53 Minuten, nachdem wir uns für den Deal entschieden hatten, bekamen wir ein Angebot für über 11 Millionen Dollar mehr", so Fox.
Raizada äußert sich zu Anschuldigungen
"Dieses ganze Chaos und all die Verwirrung, in der wir stecken, hat dieses Individuum verursacht", sagt der Echo Fox-Manager und meint Amit Raizada. Dieser sei einem Bericht von Dexerto zufolge bereits 2014 von früheren Geschäftspartnern verklagt worden, weil er angeblich Vereinbarungen gebrochen und sich selbst bereichert hatte.
Raizada hat seinerseits auf das Interview reagiert und Kotaku ein Statement veröffentlichen lassen. "Ich bin wirklich verletzt durch die falschen und verleumderischen Anschuldigungen, die Rick Fox erhoben hat", schreibt der Echo Fox-Shareholder. Raizada beteuert, dass Echo Fox' Probleme hauptsächlich aus der Unternehmensführung durch Rick Fox resultierten.
"Riot hat aus verschiedenen Gründen die Ungültigkeit der LCS-Vereinbarung erklärt, unter anderem wegen mehrerer finanzieller Verstöße, zu denen es kam, während Rick das Unternehmen leitete", behauptet Raizada. Zudem behauptet der Investor, Rick Fox habe die von ihm vorgenommenen Änderungen am Geldfluss selbst genehmigt und unterschrieben.

Weiterhin schreibt Raizada: "Ich bin nicht der einzige Investor, der Schulden umgewandelt und Vorzugskapital im Unternehmen erworben hat - alle Partner wurden darum gebeten, mitzumachen. Diese Transaktionen sind das Einzige, was das Unternehmen bis heute am Laufen hält, weil Rick sonst keine Finanzierungsquellen hatte."
Raizada bestreitet auch die Rassismus-Vorwürfe, obwohl seine Anfeindungen gegen Jace Hall, die er zunächst bestritten hatte, an die Öffentlichkeit gelangten. Der Echo Fox-Shareholder moniert, er habe sich dafür entschuldigt und diese E-Mail hätte nichts mit Rick Fox und Echo Fox zu tun gehabt, allerdings erwähnt er mit keinem Wort die Drohungen gegen Rick Fox' Familie, die Dexerto ebenfalls offengelegt hatte.
Sein Statement beendet Raizada mit einen Angriff auf den Echo Fox-Manager: "Der Einzige, der kein Opfer ist und den Teufel an die Wand malt, ist Rick Fox."
Fox selbst hatte gegenüber Richard Lewis erklärt, er werde "weiterkämpfen" und der Esport-Industrie erhalten bleiben. "Ich weigere mich, in eine Ecke zu kriechen und zu verschwinden, nur weil schlechte Menschen schlechte Dinge tun und gewinnen", so der Ex-NBA-Star.
Bildquelle: Riot Games
Mehr Infos und Artikel rund um die LCS findet ihr in unserer Coverage!
Ihr wollt keine Neuigkeiten zu League of Legends verpassen? Folgt uns auf Facebook und Twitter oder joint dem offiziellen Summoner's Inn Discord-Server!
Kommentare