Rund die Hälfte dieser Personen, die aus vielen Frauen, aber auch Männern bestehen, erzählen dabei von einer "Bro-Kultur", die im Unternehmen sehr präsent sein soll. Diese führe zu einer Geschlechterdiskriminierung, Mobbing am Arbeitsplatz und verschiedenen weiteren Formen von Verhaltensmustern, die Riot Games nach eigenen Angaben schärfstens verurteilt und zu verhindern versucht.
I worked there for 3 years and I'm still recovering, honestly.
— Jessie Perlo (@Gogo_Usagi) 7. August 2018
An amazing, important piece of reporting by @cecianasta that you should absolutely take the time to read:https://t.co/nLW9GJD2nV
Diese Probleme sollen sich dabei nicht nur auf den Einstellungsprozess von neuen Mitarbeitern beziehen, sondern sich auch auf die Zeit danach erstrecken. Mehrere Frauen erklären, dass für sie geplante Beförderungen ohne nachvollziehbare Gründe an deutlich unerfahrenere Männer gegeben wurden.
Eine Frau schildert, dass ihr eine Beförderung verweigert worden sei, nachdem sie einen Vorgesetzten abgewiesen hat, der sich auf einer Party an sie herangemacht haben soll. Stattdessen habe ein enger Freund des Vorgesetzten mit deutlich weniger Erfahrung die Position erhalten. Die Frau sei später gefeuert und "wie eine Kriminelle" aus dem Office hinausbegleitet worden.
Eine andere Frau habe keine Möglichkeit auf einen Aufstieg gehabt, weil sie "sehr direkt" und ihr Feedback "offen" gewesen sei. Andere Frauen und ihre Ideen seien beispielsweise in Meetings absichtlich von ihren männlichen Kollegen übergangen worden, indem diese einfach lauter gesprochen haben. Für die eigenen Ideen zu kämpfen, habe zu Strafen geführt, heißt es weiter.
Die Leistungsgesellschaft, die sich Riot Games auf die eigene Fahne geschrieben hat, sei mehr Schein als Sein. Das Unternehmen ähnele eher einer "Bruderschaft", so eine frühere Angestellte.
Kotaku-Artikel führt zu Kettenreaktion
Nach Veröffentlichtung des Berichts äußerten sich viele ehemalige und auch aktive Riot-Mitarbeiter, zum Beispiel EU LCS-Caster Trevor "Quickshot" Henry, zu den Anschuldigungen. Einige von ihnen bestätigen diese und sprechen den betroffenen Personen ihre Unterstützung aus.
Manche berichten davon, dass sie selbst keine negativen Erfahrungen gemacht haben, zweifeln gleichzeitig aber nicht an der Glaubwürdigkeit der Aussagen. So scheinen sich die Anschuldigungen wohl eher auf einen kleineren Teil des rund 2.500 Mitarbeiter großen Unternehmens zu beziehen.
It's tough to read stories like the ones these women had to go through. Everyone needs to speak up, in whatever way possible when these actions happen and do our part to prevent them from continuing.https://t.co/GWxI1N6Q2k
— Trevor Henry (@RiotQuickshot) 7. August 2018
Tough to read this but this is dead on about some problems in our house.
— J.T. Vandenbree 🏳️🌈 (@RiotTiza) 7. August 2018
There's no acceptable amount of sexism. https://t.co/uzX7oJERpV
I resigned after six months of working at Riot. This blog is long overdue and details a fraction of my experiences while at the company: https://t.co/mZ3qJ4hqIG https://t.co/bTGjAPCSvn
— Meagan Marie (@MeaganMarie) 9. August 2018
I’m in this article. @cecianasta has done a wonderful job nailing down what it feels like to work at Riot as a woman.
— Kristen 🌹 (@MiniWhiteRabbit) 7. August 2018
Since I’m seeing other women recount their experiences, I will do the same.
THREAD https://t.co/YiruBnktyh
this article is too well written & the women who contributed have been through too much to have rando be like ‘hm way too exaggerated and full of lies’. and yes, even the fart thing. there’s tons of shocking shit people just say ‘that’s how they are/it is’ and you gotta hold that
— Patrick Scarborough (@ScarizardPlays) 7. August 2018
Required reading for anyone in the tech industry.
— Frank Fields (@FFMirhi) 7. August 2018
I can assure you that the vast majority of testimonials in this article are true.https://t.co/X4mB3pTcAR
My experiences at Riot are not reflected in this, but make no mistake: this is not an issue isolated one company or another. Tech and games are rotten with sexism. I'm proud of the steps I've seen Riot take, but we've all got a long way to go. https://t.co/INeFzFOY6j via @kotaku
— Jenny Huls (@RiotTinyBun) 7. August 2018
I also wanna emphasize that reading this article I nodded my head a lot because many of the things I read were things I had, personally, raised to 'Talent' (HR) here. They've been pretty receptive to listening
— TL Doublecat (@guldeuxchats) 7. August 2018
6. all of these things about my experience can be true, AND a company can still be systemically sexist. the game industry, as a whole, is systemically sexist. i have zero doubt that the stories women told in that article are true. I believe victims, unquestionably.
— Katie Chironis (@kchironis) 7. August 2018
However, I would never want to silence anyone who is experiencing a far shittier time than me, and I'm proud of the courage expressed by the women here. While I may not feel as if I face any of this sexism from my own team, we must believe and support those who have done.
— EmeraldSatyr | Cassie (@EmeraldSatyr) 7. August 2018
Riot ergreift Maßnahmen
"Dieser Artikel beleuchtet Bereiche, in denen wir unseren eigenen Werten nicht gerecht geworden sind, was bei Riot nicht weiter bestehen wird", schrieb Joe Hixson, Communication Lead bei Riot, in einem Statement.
"Wir haben gegen viele der Beispiele aus dem Artikel Maßnahmen ergriffen und wir sind verpflichtet, weiter zu suchen, jeden Fall zu adressieren und die zugrundeliegenden Ursachen anzugehen. Jeder Riotler muss dafür verantwortlich sein, eine Umgebung zu schaffen, in der jeder die gleichen Chancen hat, gehört zu werden, in der eigenen Rolle zu wachsen, in der Organisation voranzuschreiten und das eigene Potenzial zu erreichen."
I went from being a one-woman-band to leading a growing team of strong-willed women and men that don’t take these experiences lightly. We believe the victims and we believe we can right these wrongs.
— soha (@sokareemie) 8. August 2018
Nach Angaben von ESPN feuerte Riot Games im Juni den damaligen leitenden Schiedsrichter der NA LCS, Raven Keene. Der Grund dafür soll angeblich sexuelles Fehlverhalten gewesen sein.
"Ich denke, dass Riot sehr schnell gewachsen ist. Keine geplante organisatorische Struktur zu haben, hat uns geschadet", erklärt ein aktueller Riotler im Kotaku-Bericht. "Wir versuchen jetzt, das zu beheben. Es ist nur schwer, Dinge zu beheben, wenn sie schon angefangen haben. Es ist leichter, Dinge auf die richtige Art und Weise zu starten und darauf aufzubauen."
Mit den massiven Anschuldigungen steht Riot Games vor einer großen Aufgabe, die gleichzeitig die Chance bietet, das eigene Unternehmen und die Atmosphäre in diesem für alle Menschen besser zu machen. Die Szene wird nach den jüngsten Berichten ohne Zweifel aufmerksam darauf schauen, wie sich diese Thematik um den Publisher von League of Legends in Zukunft entwickelt.
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