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LPL-Coach: Haben für die RR täglich bis 2 Uhr nachts trainiert

Geposted von Funk1ll3r,
Die chinesischen Teams setzten sich am Wochenende beim großen asiatischen Rift Rivals-Clash mit Südkorea und Taiwan durch. Zum zweiten Mal ging der Titel damit an die LPL. Im Gespräch mit InvenGlobal enthüllten die Coaches der chinesischen Teams die Gründe für den Erfolg der jüngsten Vergangenheit. China befindet sich seit einiger Zeit im Aufschwung und scheint mittlerweile ein echter Konkurrent für Südkorea um den internationalen Thron in League of Legends zu sein.

Zwei Rift Rivals-Titel, der zweite Mid-Season Invitational-Triumph nach 2015 durch Royal Never Give Up im vergangenen Mai und zwei Halbfinalisten bei den letzten Worlds konnte die LPL seit 2017 für sich verbuchen.



Aufgrund seiner massiven Population hatte China schon lange den mit Abstand größten Pool an Spielern und damit die meisten potenziellen Profis, konnte diesen Umstand in der Vergangenheit aber nicht wirklich in Erfolge ummünzen. Zuletzt hat die Region aber einen großen Wandel zum Positiven durchgemacht. Die Coaches der LPL-Teams erklärten im Gespräch mit InvenGlobal, warum dies so ist.

Intensiveres Training und neue Mentalität



Lange Zeit waren die meisten LPL-Spieler für eine sehr lockere Einstellung bekannt. Das Training wurde nicht so ernst genommen wie in Südkorea und das spiegelte sich in den Ergebnissen und Leistungen der Teams wider.

"Die LPL-Spieler trainieren nicht mehr als die LCK-Spieler, aber sie haben definitiv angefangen, mehr zu trainieren", erklärte RNGs Coach und Ex-Profi Gwan-hyung 'Heart' Lee. Zusätzliches Training sei aktuell ein Trend bei "allen Teams in China". Viele der LPL-Teams haben koreanische Coaches, die ihren Spielern immer wieder erzählen, wie engagiert südkoreanische Spieler sind. "Das hat viele chinesische Spieler inspiriert, von sich aus zu trainieren."

Heart erreichte 2014 mit Samsung Blue das Worlds-Halbfinale


Kim Jeong-Soo, Coach von Invictus Gaming, enthüllte das massive Pensum, das seine Spieler im Vorfeld der Rift Rivals abgespult haben. Sie wären als Vorbereitung auf den Wettbewerb jeden Tag um 12:00 Uhr aufgewacht und hätten bis 2:00 Uhr nachts trainiert. Pausen gäbe es lediglich, um etwas zu essen. Fast alle anderen Top-Teams sollen einen derartigen Plan verfolgt haben.

Zudem habe sich auch generell die Mentalität der Spieler verändert. Diese seien insgesamt nun professioneller. So hätten in der Vergangenheit manche Spieler das Training einfach "aus Verärgerung" abgebrochen. "Chinesische Spieler hatten immer großartige individuelle Mechanics und Potenzial. Sie hatten aber oftmals Probleme dabei, sich in einem Team einzufinden", so Heart. "Die Spieler wissen nun, dass zum Wohl des Teams persönliche Opfer gebracht werden müssen."

Das wohl beste Beispiel dafür ist Royal Never Give Ups Superstar Zi-Hao 'Uzi' Jian. In den ersten Jahren seiner erfolgreichen Karriere sorgte der AD-Carry immer wieder für Aufsehen abseits des Spiels. Der Konflikt mit seinem damaligen Jungler In-seok 'inSec' Choi vor der Season 4 World Championship ist nur eine Instanz dessen.

Trotz persönlicher Differenzen spielten sich Uzi und inSec gemeinsam ins Finale der S4WC


Mit der Zeit entwickelte sich der heute 21-Jährige weiter, wurde reifer und feierte in den letzten Monaten seine bisher größten Erfolge, ohne dabei negativ aufzufallen. "Die Einstellungen der LPL-Spieler sind viel professioneller geworden", meinte Sung-young 'Homme' Yoon, Coach von JD Gaming.

Mehr Autorität für Coaches



Koreanische Coaches sind schon seit einigen Jahren Bestandteil der LPL, doch erst vor relativ kurzer Zeit fingen die chinesischen Spieler an, härter zu trainieren. Dies liege unter anderem auch daran, dass die Coaches nun mehr Autorität besitzen.

Die Teams seien zurzeit im Prozess, ihren Coaches mehr Vertrauen zu schenken. In den ersten Jahren hatten Coaches oftmals große Probleme, sich gegen die eigenen Spieler durchsetzen.

"Einem Spieler harsches Feedback zu geben, hat die Teambesitzer sofort alarmiert", erzählte ein LPL-Coach im Vorjahr in einem Interview. Generell hätten (Star-)Spieler die Macht über die Vorgänge im Team gehabt. Dies ändere sich nun nach und nach.

"Die Teams geben den Coaches jetzt viel mehr Macht. Unser Team ist schon seit einer Weile so, aber die anderen LPL-Teams haben angefangen, mehr und mehr wie wir zu operieren. Mit diesen Änderungen können die Coaches die Spieler leicht dazu bringen, zu trainieren", erklärte RNGs Coach Heart. Homme fügte hinzu, dass die LPL in dieser Hinsicht aber trotzdem noch weit von der LCK entfernt sei.

Wird China die neue Nummer eins?



Die chinesische Szene ist momentan in vielerlei Hinsicht am Wachsen und Reifen. Nach den Erfolgen der letzten Monate könnte die LPL mit einem Triumph bei der Season 8 World Championship Südkorea möglicherweise vom Thron stoßen.



Anzeichen, dass die Entwicklung dieser Szene in naher Zukunft stoppen wird, gibt es nicht. Im Gegenteil: Nachdem die LPL vor diesem Jahr auf 14 Teams aufgestockt und das Franchising-System eingeführt wurde, arbeiten die Teams aktuell daran, eigene Stadien zu bauen.

Auf lange Sicht soll es, wie im traditionellen Sport, Heim- und Auswärts-Matches in der LPL geben. Zum Teil ist dies bereits der Fall. Hat die Blütezeit Chinas - nach fast 10 Jahren - in League of Legends gerade erst begonnen?


Mehr Infos und Artikel rund um die Rift Rivals findet ihr in unserer Coverage für EU-NA und die LCK-LPL-LMS!



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    Marco Gnyp
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