Geposted von lukebpunkt,
Martin 'Rekkles' Larsson war im EU LCS-Finale gegen G2 Esports nicht aufzuhalten. Den AD-Carry unter Kontrolle zu bringen - oder überhaupt einmal zu töten - vermochten Luka 'Perkz' Perković und Co. nicht. Wie hätte man Fnatics Power-Schweden aus dem Spiel nehmen können? Fnatic spielte im Finale des EU LCS-Spring Splits am 8. April brillant um AD-Carry Martin 'Rekkles' Larsson herum. Der Schwede, der vorher bereits zum Spring Split-MVP gewählt wurde, holte sich in den Endspielen zwei Pentakills, von denen einer nicht offiziell war, und hatte nicht einen Tod auf seinem Konto.



Zu verdanken hat er das seinem Team und seinem Talent, aber auch seinen Gegnern von G2 Esports. Denn obwohl Fnatic besser spielte, ist es bemerkenswert, dass es G2 nicht ein einziges Mal gelang, Rekkles niederzustrecken. Woran lag das und was hätten Luka 'Perkz' Perković und Co. vielleicht besser machen können?

Schritt 1: Mehr Gefahr für Rekkles in Team-Fights



Bereits in Spiel 1 wurde klar: Fnatic macht sich von Rekkles abhängig. Das Team entschied sich für eine Drei-Mann-Frontline aus Braum, Sion und Sejuani. Mid-Laner Rasmus 'Caps' Winther pickte Karma, die ebenfalls unterstützend agierte.

G2 machte den ersten Fehler bereits in der Pick- und Ban-Phase. Als First-Pick entschied sich das Team für Ryze, womit Perkz direkt einen starken Pick bekam. Das Problem war allerdings, dass Fnatic den eigenen Mid-Laner nicht in der ersten Pick-Rotation zeigte. Um Caps gleich zwei Champions wegzunehmen, bannte G2 Cassiopeia und Azir. Gegen eine Triple-Tank-Comp wären diese beiden Champs allerdings effektiver gewesen als Ryze.



Rekkles hatte im Verlauf des ersten Spiels eine sehr starke Frontline vor sich und quasi ununterbrochen einen Schild von Karma. G2s Teamzusammenstellung erforderte es, dass Marcin 'Jankos' Jankowski mit seinem Zac reinspringt und Martin 'Wunder' Hansen als Cho'Gath versucht, an Rekkles heranzukommen.

Das war aber zu wenig: G2 gelang es nicht, in späten Team-Fights gegen Fnatic Rekkles auch nur annähernd gefährlich zu werden. Jankos verlor mit Zac beispielsweise nach jedem Sprung in die Gegner trotz sofortiger Aktivierung der Ultimate fast sein gesamtes Leben.

Der Schwede konnte auf seinem Parade-Champion Tristana, mit dem er wieder mal fantastisch spielte, meist ungestört angreifen. Da half es auch nicht, dass Perkz und Petter 'Hjarnan' Freyschuss eigentlich gut im Spiel waren, gegen Fnatics Tanks war wenig zu machen.



In Spiel 2 verlief das Ganze trotz Grabbz' selbstbewusster Ansprache mit anderen Picks ähnlich, diesmal entschied ein einziger Team-Fight, in dem Rekkles mit Sivir erstaunlich unproblematisch einen offiziellen Pentakill holte. Obwohl man wusste, dass Fnatic um Rekkles und die Team-Fights herum spielen würde, hatte man seitens G2 in keinem der Games eine Antwort darauf. Auch Hylissangs Braum hätte man wohl von Anfang an bannen können.

Schritt 2: Top-Lane-Vorteil ausnutzen



Eigentlich waren sich sämtliche Experten im Vorfeld einig: Martin 'Wunder' Hansen, der einen wirklich starken Split hinter sich hat, ist G2s Trumpf und Fnatics Rookie-Top-Laner Gabriel 'Bwipo' Rau klar überlegen. Diesen vermeintlichen Vorteil galt es für G2, auszunutzen.

Doch es kam anders: In zwei von drei Spielen spielte Wunder einfach Tanks und ergänzte so G2s Team-Comp. Der Däne war nicht schlecht, doch sein Gegenüber pickte einfach jedes Mal Sion, konnte so auf der Lane gut dagegen halten und hatte in den späteren Team-Fights jedes Mal Impact. Bwipo spielte seine Rolle sehr gut.



Wunder dagegen bekam nur einmal den Gangplank und in diesem Spiel schaffte man es nicht, den Star-Top-Laner nach vorne zu bringen. Mehr Fokus auf der Top-Lane hätte G2 helfen können, Rekkles zu erledigen. Sei es durch eine gute GP-Ult oder beispielsweise einen Gnar-Pick und gut getimte Flankierungen. Doch Fnatic ließ Wunder nicht so einfach in Führung gehen und G2 tat zu wenig für den Dänen.

Schritt 3: Frühe Führung snowballen



Klingt einfacher gesagt als getan, aber G2 hat sich in jedem Spiel eine Führung erarbeitet und diese aus der Hand gegeben. Das frühe Spiel hatte das Team besonders in den ersten beiden Spielen unter Kontrolle, vor allem riskante Baron-Calls führten zur Niederlage.

Natürlich wurden diese Calls mit der Intention durchgeführt, das Spiel so früh wie möglich zu gewinnen, doch es muss einen anderen Weg geben, die frühe Führung anständig zu snowballen. Ohne vorher zumindest einen Gegner zu catchen, hätten die riskanten Baron-Aktionen daher vermieden werden sollen.



Im frühen Spiel Fnatics Bot-Lane so einzuschränken, dass sie nicht viel machen kann und so Rekkles' Scaling hinauszögern, hätte eine von G2s obersten Prioritäten sein müssen - neben dem Ziel, so früh wie möglich das Spiel an sich zu reißen. Natürlich ist auch dies gegen einen erfahrenen ADC wie Rekkles sehr schwer, aber nicht unmöglich.

Dennoch gibt es an der Stelle auch ein Lob an den neuen LCS-Champion: Fnatic war am Ende das smartere Team und hat seine Comps jedes Mal gut ausgespielt. Am Ende hat G2 kein Mittel gefunden, aus dem starken Early-Game Profit zu schlagen und musste sich daher dem unsterblichen Rekkles und vor allem Fnatic als Team klar geschlagen geben.



Was hätte G2 Esports Eurer Meinung nach besser machen müssen?

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