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Was haben die EU LCS und die ESL Meisterschaft gemeinsam? Richtig, eine ähnliche Verteilung der Top-Teams. Wenn am Samstag EURONICS Gaming, SPGeSports, die Mysterious Monkeys und BIG gegeneinander um den Titel spielen, könnten so manche Zuschauer Flashbacks von der EU LCS bekommen.

Auf den Spuren des alten Erfolgs - ESG ist das Fnatic der deutschen Szene




ESGs letzter Titelgewinn war im Sommer 2016 - Fnatics liegt sogar noch weiter zurück. (Bildquelle: ESL)

Es ist unumstritten, dass ESG den regulären Split dominieren konnte und eigentlich nie den Hauch einer Schwäche offenbarte. Als Fanfavorit stand man zwar nach den zahlreichen Abgängen unter Druck, doch ESG baute sich erneut ein konkurrenzfähiges und souveränes Team auf, welches erneut um die Meisterschaft mitspielt und ihre Fans zum strahlen bringt.

Mit einem sehr Mid-Lane-zentrierten Spielstil und einer weitestgehend unabhängigen Top-Lane erinnert ESG teilweise stark an das Team von Fnatic aus der EU LCS. Um an frühere Erfolge anzuknüpfen, verstärkten sich sowohl ESG als auch FNC in der Winterpause auch im Staffbereich. Während Joey 'YoungBuck' Steltenpool nun bei Fnatic sein Unwesen treibt, verpflichtete Euronics erneut Dennis 'Obvious' Sørensen – allerdings dieses Mal als Coach und nicht erneut als Jungler.



ESG tauscht kurz vor dem Finale den Support aus - anstelle von Jakub 'Tarky' Vankat wird Robbe 'Anthrax' Dobbeleers spielen.

Im Jungle musste Obvious trotzdem einen Spieltag lang aushelfen, genauso wie als Support, über zwei Spieltage hinweg. Selbst dann, als ESG am vermeintlich schwächsten war, gewann das Team souverän. Eine Eigenschaft, die auch Fnatic diesen Split bereits bewies, denn als Paul 'sOAZ' Boyer seinen Platz für Gabriel 'Bwipo' Rau räumte, verschlechterte sich der Tabellenführer der EU LCS ebenfalls nicht.

Mit einem breiten Championpool auf jeder Position sollte ESG einer der Favoriten, wenn nicht sogar der Favorit, auf den Titel sein. Die Jungs aus dem derzeit einzigen Gaminghaus der ESLM zeigten sich Flexibel und adaptiv auf der Top-Lane, sowie mehr als solide auf der Bot-Lane.

Alles in allem ist das Team ein sehr abgerundetes und ausgeglichenes Lineup, was erneut den Vergleich mit Fnatic möglich macht, denn der EU-Finalist zeichnete sich ebenfalls durch sehr strategisch orientierte und sauber heruntergespielte Spiele in diesem Jahr aus.

Der amtierende Meister auf Rank 2 der regulären Saison – SPG ist das G2 der ESL Meisterschaft




SPG und G2 nehmen Kurs auf die Titelverteidigung in ihren jeweiligen Ligen. (Bildquelle: ESL)

Auch bei SPG eSports kann man einen Vergleich ansetzten, der nicht zwingend an den Haaren herbeigezogen scheint. Natürlich ist jedes Team mit einem Frederik 'NoWay' Hinteregger auch automatisch eines der Lieblinge bei den Fans und das obwohl der vermeintliche Star des Teams eher eine unterstützende Rolle eingenommen hat.

Ein Phänomen, welches man auch bei G2 Esports bestaunen konnte, denn obwohl Luka 'Perkz' Perković der klare Star des Teams ist, so waren es doch Martin 'Wunder' Hansen und Petter 'Hjarnan' Freyschuss, die oft zu Unrecht bei den Zuschauern außen vorgelassen wurden.

Eine ähnliche Situation spiegelt sich da auch bei SPG wieder, denn sowohl Adrian 'Wardain' Müry als auch Adam 'Emtest' Emtestam (und August 'Skarsfjord' Skarsfjord) wurden nicht zu Unrecht zu Spielern des Splits gewählt und trotzdem stehen diese drei wohl bei den Fans im Schatten von NoWay.



SPGs Bootcamp in der Schweiz sollte dem Team noch einmal Aufwind geben.

Eine weitere ganz interessante Überschneidung zwischen SPG und G2 findet sich beim Trainingsaufwand. So hatte SPG vor Beginn des Splits nicht die Anforderung an seine Spieler gestellt, Tagtäglich zu scrimen, solange die Ergebnisse stimmen.

Diese Mentalität erinnert durchaus an das berühmte G2-Vacation-Meme vom MSI 2016. Anders als G2 fuhr SPG allerdings mit dieser Taktik sehr gut und legt jetzt mit einem Bootcamp kurz vor den Finals sogar noch deutlich nach. Wenn SPG bisher noch nicht angsteinflößend war, dann spätestens jetzt.

Trotz des zusätzlichen Trainings wird SPG wohl kaum eine 180°-Wende machen, daher kann man von einer explosiven Bot-Lane ausgehen, die von der Mid-Lane und dem Jungle aus unterstützt wird. Während auf der Top-Lane der Splitpush angesetzt wird, nimmt der Rest des Teams die Türme auf der Karte und schlussendlich das gesamte Spiel.

Doch obwohl der AD-Carry bei SPG die meisten Kills abstaubt, lauert der German Aim-Bot wohl schon auf seine Chance auf den Finals erneut sein ganzes Können unter Beweis zu stellen und noch einmal Meister zu werden.

Mit taktisch guter Einstellung und deutlichem Improvement macht es MM Splyce nach




MM konnte zuletzt im Sommer 2017 die ESL Meisterschaft gewinnen und verpasste im letzten Jahr kein Finale. (Bildquelle: ESL)

Zu Beginn des Splits waren viele sich nicht so wirklich sicher, was man von den Monkeys in diesem Split halten soll. Es gab sicherlich einige starke und erfahrene Spieler im Line-Up, aber ob das Team schlussendlich ein Anwärter auf den Titel sein würde, war fraglich.

Was dann folgte, war eine bemerkenswerte Verbesserung an allen Ecken und Enden und ein stets gut eingestelltes Team. Von der Pick- und Banphase bis hin zum Macro-Game überzeugte der Finalist derart, dass man glauben könnte, dass "Coach of the Split" Peter Dun von Splyce persönlich MM trainieren würde.

Dieser Qualitätszuwachs in den letzten Wochen dürfte MM erneut Hoffnung machen, das Finale der ESL Meisterschaft zu erreichen, obwohl zu Beginn der Saison davon nur wenige ausgegangen sind. Und auch Splyce hatte die Chance auf das große Finale, obwohl zu Beginn des Splits kaum einer damit gerechnet hätte.

Beide Teams wurden in den oberen Plätzen eingeordnet, doch der Titel oder lediglich das Finale schien Außenstehenden unwahrscheinlich. Jetzt hat immerhin MyMo noch die Chance, es besser zu machen als Splyce und ins Finale einzuziehen.



Unter dem Namen Mysterious Monkeys tritt das Team allerdings zum letzten Mal auf. Danach nennt man sich ad hoc gaming.

Ein Faktor für den Erfolg auf den Finals dürfte für MM ihr starker Rookie AD-Carry Matyáš 'Carzzy' Orság werden. Mit 97 Kills konnte nur Emtest von SPG mehr Todesstöße (9) setzen und auch bei der Killbeteiligung liefern sich diese zwei ADCs ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Sollte Carzzy in dieser Serie sein volles Potenzial abrufen können, ist für die Monkeys alles möglich. Doch nicht nur Carzzy muss zeigen, was er kann, auch der Rest des Teams muss erneut beweisen, dass die Entwicklung von MM nicht umsonst von allen Seiten in den Himmel gelobt wurde.

BIG ist die positive Überraschung des Splits, so wie Team Vitality in der EU LCS




BIG war zuvor nur in CS:GO erfolgreich, doch jetzt greift das Team auch in LoL nach dem ersten Titel. (Bildquelle: ESL)

Wenn man an BIG im Esport denkt, dann denkt man normalerweise zuerst an ihr erfolgreiches Counter-Strike-Team, doch jetzt mischt die deutsche Organisation auch im LoL-Bereich mit. Ein anderes Team, welches durch einen Shooter (Call of Duty) bekannt wurde und dann zu LoL kam, ist natürlich Team Vitality. Nach einem eher erfolglosen Jahr 2017 baute Vitality im Winter um – anstelle von erfahrenen Spielern (wie im Sommer 2017) setzt man nun zum Großteil auf Rookies und das machte sich mit dem Erreichen des Halbfinales bezahlt.

Wenn man dann den Blick auf BIG wirft, so stellt man fest, dass auch BIG bzw. damals noch Black Lion mit dem Rookie-Prinzip auf Erfolgskurs gegangen ist. Keiner der Spieler konnte bis jetzt sonderlich nennenswerte Erfolge für sich verbuchen, aber der Fakt, dass man ALTERNATE aTTaX in der regulären Saison hinter sich ließ, spricht für sich. Sollte BIG also ähnlich furchtlos und aggressiv auftreten wie Vitality diesen Split, ist eine weitere Überraschung von diesem Team durchaus drin.



BIG übernahm nach dem regulären Split den Kader von Black Lion und wird sowohl bei den Finals als auch bei den EU Masters und dem nächsten Split mitmischen.

Da bei BIG die wenigsten Spieler bereits die Erfahrung eines Offline-Events gemacht haben, sollte sich das Team unbedingt auf Komfort-Picks berufen und das tun, was bereits in der Vergangenheit geklappt hat. Unter Umständen funktioniert der gefürchtete Shyvana-Pick erneut für Muhammed 'Agurin' Kocak und er kann seinem Mid-Laner Calle 'Dragane' Dargren Freiräume ermöglichen, die er in einen Sieg ummünzen kann – gemäß dem Vitality-Spielstil rund um "Rookie of the Split" Daniele 'Jiizuke' Di Mauro.

Die Finalspiele der ESL Meisterschaft am Samstag im Überblick:

10:00 Uhr - de Euronics Gaming vs. de Berlin International Gaming
13:30 Uhr - ch SPG eSports vs. de Mysterious Monkeys
18:30 Uhr - Finale

Wer hat eurer Meinung nach die besten Chancen auf den Titel?

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