Misfits: Von der Challenger Series zu den Worlds

Geposted von Hymer,
Die Misfits haben es tatsächlich geschafft und konnten durch den Sieg gegen Fnatic nicht nur das Finale des Summer Splits der EU LCS erreichen, sondern auch die Qualifikation für die Worlds perfekt machen. Im ersten Jahr nach dem Aufstieg aus der Challenger Series steht also die Teilnahme beim wichtigsten Turnier des Jahres zu Buche. Mit 3:1 konnten die Misfits Fnatic im Halbfinale der EU LCS schlagen. Durch den Sieg von G2 Esports gegen H2k-Gaming steht fest, dass beide Teams zu den Worlds fahren werden.
Im Finale geht es daher nicht nur um dem Titel des LCS-Champions, sondern auch um die Platzierung für die Auslosung bei der Weltmeisterschaft. Der Sieger kommt in Pool 1, während sich der Zweitplatzierte (in diesem Fall) über die Championship Points für Pool 2 qualifizieren wird.

Ein starker Beginn im Spring Split

Misfits wurde erst im Jahr 2016 gegründet, trotzdem schaffte die Organisation in ihrem ersten Anlauf direkt den Sprung aus der Challenger Series in die LCS. Mit Barney 'Alphari' Morris, Steven 'Hans sama' Liv und Dong-Guen 'IgNar' Lee waren damals bereits drei Spieler aus dem heutigen Roster in der Saison sowie im Promotion-Tournament aktiv.


In der Off-Season konnten dann mit Tristan 'PowerOfEvil' Schrage und Byung-kwon 'KaKAO' Lee zwei erfahrene Spieler verpflichtet werden und der Lauf setzte sich in der LCS fort. Nach acht Spielwochen stand das Team bei einer starken 7:3-Bilanz, schlussendlich konnten sich "PoE" & Co. mit Platz 2 in der Gruppe A für die Playoffs qualifizieren.

Nach dem Reverse-Sweep im Viertelfinale gegen Splyce waren nicht nur eine Top 4-Platzierung, sondern auch die ersten (mindestens) 30 Championship Points gesichert. Diese gab es im Endeffekt für einen soliden vierten Platz dann auch.

Durchwachsene Leistungen in der regulären Saison

In der Off-Season musste KaAO das Team verlassen, sein Ersatz wurde der Jungler von ROCCAT, Nubar 'Maxlore' Sarafian. Das Team konnte in der regulären Saison nicht an die Leistungen aus dem Spring Split anknüpfen.

Vor allem Top-Laner Alphari, der oftmals zu den mechanisch stärksten Spielern der LCS gezählt wird, fiel in ein Leistungsloch. Spiele wurden oftmals nur dank starken Carry-Leistungen von PowerOfEvil gewonnen.
Letztendlich brachte die 6:7-Bilanz Platz 3 in der Gruppe A und ein Duell gegen die Unicorns of Love im Viertelfinale der Playoffs. Dieses konnten die Misfits überraschend überzeugend mit 3:0 für sich entscheiden.

Dass die Leistung keine Eintagsfliege war, veranschaulichte dann am Wochenende das Halbfinalduell gegen Fnatic. Durch eine starke Pick-und-Bann-Phase sowie ein geschlossenes Auftreten als Team konnte der haushohe Favorit mit 3:1 geschlagen werden.

Die Grundlagen sind vorhanden

Die individuelle Klasse der einzelnen Spieler ist sicherlich der Grundstein für den Erfolg des Teams. Dies war bereits in der Challenger Series sowie in den ersten Begegnungen des Spring Splits zu erkennen.

Individuelle Klasse spiegelt sich oftmals in den SoloQ-Platzierungen der einzelnen Spieler wider. Diese führt derzeit niemand anderes als AD-Carry Hans sama an. Mit Alphari und PoE befinden sich zwei weitere Spieler unter den Top 30 (Stand 29.08.2017).


Der große Vorteil des Teams ergibt sich aus der daraus resultierenden Flexibilität, schließlich kann jeder Spieler in die Carry-Rolle schlüpfen. Durch die aktuelle Tank-Meta ruhen hierzu die Hoffnungen auf Hans sama und PowerOfEvil.

Die größte Schwäche der Misfits lag sowohl im Spring- als auch im Summer Split im Makrospiel des Teams. Etliche Male konnte ein starkes Early Game und ein daraus resultierender Goldvorsprung entweder nicht eindeutig genug oder sogar gar nicht in einen Sieg umgewandelt werden.

In den bisherigen Playoff-Duellen war es jedoch genau dieses Makrospiel, mit dem sich die Misfits stark verbessert zeigten. Hierzu gehörten u.a. eine bessere Baron-Kontrolle und entscheidende Calls bezüglich dieser Nashor-Plays.

Das starke Early-Game konnte das Team konservieren, nach sieben Duellen liegt der durchschnittliche Goldvorteil nach 15 Minuten bei 1086. Zudem konnte in jedem Spiel der Rift Herald gesichert werden und in 86% der Spiele waren die Misfits das erste Team, das drei Türme zerstörte.

Mit Ismael Pedraza konnte sich das Team zudem vor einigen Monaten mit einem Mental-Coach verstärken. Diese Arbeit scheint sich nun auszuzahlen und kann mit Hinblick auf die Worlds eine entscheidende Rolle spielen.

Recap: Origen in Season 5, Splyce in Season 6

Die Misfits sind nicht das erste Team, welches innerhalb eines Jahres den Sprung aus der Challenger Series zu den Worlds geschafft hat. In Season 5 gelang es Enrique 'xPeke' Cedeño Martínez mit seiner Organisation Origen.

Dies war jedoch zu erwarten, schließlich schlossen sich damals mit Paul 'sOAZ' Boyer, Maurice 'Amazing' Stückenschneider und Alfonso Aguirre 'Mithy' Rodriguez bereits erfahrene Spieler der Organisation an. Lediglich AD-Carry Zven hatte noch keine kompetitive Erfahrung.

Das Team schaffte es schlussendlich sogar bis in das Halbfinale der Worlds. Gegen den späteren Champion SK Telecom T1 setzte es dort jedoch eine eindeutige 0:3-Niederlage.

Als große Überraschung konnte Splyce in der vergangenen Saison ähnliche Erfolge erreichen. Auf einen schwachen ersten Spring Split folgte ein starker Summer Split, in dem die Organisation das Finale gegen G2 Esports erreichte. Dieses ging zwar verloren, trotzdem konnte sich Splyce durch die gesammelten Championship Points für das Gauntlet qualifizieren und dieses schlussendlich auch gewinnen.

Nach Origen und Splyce sind die Misfits nun das also das dritte Team, welches sich innerhalb eines Jahres nicht nur für die LCS qualifizierte, sondern auch die Weltmeisterschaft erreichen konnte.

Ausblick

Im Finale gegen G2 Esports sind die Misfits trotz ihrer starken Leistungen bisher der krasse Außenseiter. Vor allem die große Erfahrung spricht für G2. Das Duell der beiden Teams hat für den weiteren Verlauf der Saison jedoch entscheidende Auswirkungen.

Schließlich wird es entscheiden, wer sich direkt als Sieger der LCS und damit als Seed 1 und wer sich über die Championship Points als Seed 2 für die Worlds qualifizieren wird. Natürlich ist Seed 1 ein großer Vorteil, schließlich können so Gruppenphasen-Duelle gegen die Split-Sieger aus Südkorea, China und Taiwan vermieden werden.
Den Misfits wird es jedoch grundsätzlich egal sein, welchen Seed sie bei den Worlds innehaben werden, schließlich waren eben diese das große Ziel der Organisation. Mit Ausnahme von PowerOfEvil wird die Weltmeisterschaft das erste internationale Turnier der einzelnen Spieler.

Das Erreichen der Worlds sollte zunächst jedoch gebührend gefeiert werden, bevor die Vorbereitungen für dieses Event starten.

Was haltet ihr von den Misfits? Können sie einen Sieg gegen G2 schaffen? Was traut ihr der Organisation bei der Weltmeisterschaft zu?

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