Geposted von Hymer,
Fast sechs Wochen später sieht die Welt komplett anders aus. Team SoloMid konnte sich im Finale der Rift Rivals gegen die Unicorns of Love durchsetzen und den Titel nach Nordamerika holen. Dies war jedoch nicht der einzige Titel, der über den Teich wanderte. Ein Neuling stahl allen in die Show.
Rookie-Jungler MikeYeung bestach durch überragende Leistungen und führte das als schwächste Team gehandelte P1 zu einer 4:2-Bilanz nach der Gruppenphase. Als Belohnung gab es den Titel des Group-Stage-MVPs.
Debüt in der NA LCS
Nach einem miserablen 0:4-Start in den Summer Split und einigen Roster-Changes benannte der Spring-Split-Dritte Phoenix1 MikeYeung als seinen neuen Starting-Jungler zu Beginn von Woche drei. Obwohl auch in dieser Spielwoche beide Begegnungen (gegen Team Dignitas und CLG) verloren gingen, zeigte sich P1 in verbesserter Form.Ein Spieler stach dabei besonders heraus: eben jener MikeYeung. Nach der Niederlage in seinem ersten kompetitiven Spiel konnte der Rookie bereits im darauffolgenden zweiten Match sein Können unter Beweis stellen. Als 5/2/11 Lee Sin führte er sein Team zum Sieg.

Auf seinem Signature-Champion Nidalee dominierte der Jungler ebenfalls das zweite Match gegen CLG. Mit einer Bilanz von 9/2/10 gewann er das Duell quasi Alleingang.
Thanks for all the support guys, I experienced my first time playing on a stage this weekend :) Finally got my debut over with!
— MikeYeung (@MikeYeunglol) 18. Juni 2017
Diese schlug sich in Siege in den darauffolgenden Wochen um, aktuell steht das Team mit einer Bilanz von 3:7 zwar auf Rang 8 in der Tabelle, der positive Trend ist jedoch deutlich zu erkennen.
MikeYeung persönlich konnte bisher auf voller Linie überzeugen. Eine KDA von 4,3 nach siebzehn Spielen bedeutet Rang 2 unter allen Junglern (wobei der Erstplatzierte Sang-hyun 'Chaser' Lee im Summer Split lediglich sechs Spiele absolvierte). Ebenso führt er weitere wichtige Statistiken, wie z. B. den DPM (Damage per Minute) oder die KP (Kill-Participation), an.
Rift Rivals als Bewährungsprobe
Als gehypter Jungler sollten die Duelle gegen die europäischen Teams zu der nächsten Bewährungsprobe für den Rookie werden. Nach Abschluss dieses Turniers lässt sich festhalten: Auch diese meisterte er mit Bravour.Das im Vorfeld als schwächstes Team der Rift Rivals eingestufte konnte P1 die Gruppenphase mit einer Statistik von 4:2 abschließen, was beim Vergleich aller Teams Rang 2 hinter TSM bedeutet hätte.
Trotz Target-Bans gegen MikeYeung veranschaulichte er seine großartigen Leistungen und avancierte schnell zum Shooting-Star, nicht nur unter den Fans, sondern auch unter den Experten. Neben Nidalee ist Lee Sin der zweite Signature-Champion, auf dem er Highlight-Szenen am Stück produzierte.

Lediglich die Unicorns begingen den Fehler, Nidalee nicht zu bannen. Eine Statistik von 8/2/5 und somit eine KDA von 6,5 standen für den Rookie am Ende zu Buche. Bisher bedeuten sechs Spiele auf Nidalee sechs Siege für Phoenix1.
Sein kometenhafter Aufstieg wurde verdienterweise durch den MVP-Titel gewürdigt. Auch bei den Rift Rivals führte er die entscheidenden Kategorien, wie z. B. KDA (6,0) oder KP (77,2), an.
The '2017 Rift Rivals: NA vs. EU' Group Stage MVP: @MikeYeunglol! #RiftRivals2017 pic.twitter.com/VKmnDWjtx8
— lolesports (@lolesports) 7. Juli 2017
Seine Vergangenheit als Indiz für zukünftige Größe
Von einem solchen Start in seine Profi-Karriere hätte der US-Amerikaner wohl nicht zu träumen gewagt. Zu Beginn des Summer Splits lag er gerade in den letzten Zügen seiner Highschool-Zeit. Wie er in einem Interview angab, verpasst er seine Abschlussfeier, um seine Chance bei Phoenix1 nutzen zu können.4 days of highschool left!!!
— MikeYeung (@MikeYeunglol) 5. Juni 2017
In jenem skizzierte er zudem seinen bisherigen Werdegang. Mit lediglich elf Jahren begann er League of Legends in Season 1 zu spielen. Seinem ersten eSport-Titel verfiel er direkt. In 2013 konnte MikeYeung dann als 13-Jähriger erstmals die Saison in Challenger abschließen. Seitdem schloss er auch die darauffolgenden Saisons in diesem elitären Kreis ab.
Auch seine Familie, die League of Legends zunächst kritisch gegenüberstand, konnte MikeYeung schlussendlich von einer Karriere als Profi überzeugen. Die Familie spielt im Leben des Rookies eine entscheidende Rolle. Dass er sich nicht "P1 Mike", sondern stets MikeYeung genannt habe, sei eine Hommage an seinen verstorbenen Vater. Als einziges Mitglied seiner Familie trug dieser den Nachnamen Yeung.
Nun ist der Jungler auf dem besten Weg, sich den Titel des Rookie-MVPs in der NA LCS zu sichern. Er wäre der Nachfolger von einem weiteren amerikanischen Jungle-Talent, Juan Arturo 'Contractz' Garcia von Cloud9, welcher diese Auszeichnung im Spring Split gewinnen konnte.
Den Titel als Fan-Liebling hat er bereits sicher. Immer wieder hallen „MikeYeung“-Rufe durch die LCS-Hallen von Riot. Dass sein Ingame-Name gleichzeitig sein richtiger Name ist, begünstigt dieses Verhalten. In seinen Interviews trat der Rookie bisher stets selbstbewusst und eloquent auf. Auch dieses Verhalten bescherte ihm bei vielen Fans Sympathiepunkte.
the legend @MikeYeunglol
— Eefje Depoortere (@sjokz) 8. Juli 2017
Trotz des großeren Hypes um seine Person erkennt er, dass die Beibehaltung einer soliden Arbeitsmoral für weitere Erfolge entscheidend sein wird. Der mögliche Verlust der eigenen Motivation bereite ihm die größten Sorgen.
Ebenso spiegelt dieser Tweet seine Bescheidenheit wider, zukünftige Negativerlebnisse seien in seiner Karriere keinesfalls ausgeschlossen.
— MikeYeung (@MikeYeunglol) 9. Juli 2017
Zudem weiß er die Leistungen seiner Team-Mates zu würdigen. Die dagewesene Nervosität vor seinem ersten Spiel konnte er durch Hilfe seiner Teamkollegen sowie des teameigenen Sportpsychologen, Matt Edwards, sehr schnell in die richtigen Bahnen lenken.
Vor allem die Addition von Supporter Xpecial soll die Kommunikation und das Shot-Calling innerhalb des Teams extrem verbessert haben. In einem Interview nach Tag 2 der Rift Rivals gab MikeYeung an, dass der Veteran so etwas wie die Vaterfigur im Team wäre.
Auch seine koreanischen Teamkollegen Dong-hyeon 'Arrow' No und Ryu 'Ryu' Sang-ook seien extrem coole Personen, die Humor lieben und mit denen man auch außerhalb des Trainings eine gute Zeit haben könne.
Hmm. pic.twitter.com/q5IoUuo8Ne
— Phoenix1 Arrow(노동현) (@ArrowDongTak) 8. Juli 2017
Mein Ziel ist es, mich in den kommenden Monaten als Spieler zu verbessern und die Highschool abzuschließen, um endlich ein professioneller Spieler werden zu können – MikeYeung am 16.04.2017
Dieses Ziel hat er in atemberaubender Zeit geschafft. Das Erreichen noch größerer Ziele, wie z. B. die Qualifikation für die Weltmeisterschaft oder einfach nur das Verlangen, sich als Spieler weiterzuentwickeln, seien Grund genug für die täglich investierte Arbeit.
Ob ein Vormarsch in den Standings der NA LCS gelingt, bleibt jedoch ebenso wie die persönliche Entwicklung des Shooting-Stars mit Spannung abzuwarten. Die persönlichen Grundlagen sowie die Chemie innerhalb des Teams sind jedoch positive Anzeichen für weitere Erfolge von Phoenix1 und MikeYeung persönlich.
Was haltet ihr von MikeYeung? Ist er ein „One-Hit-Wonder“ oder hat er das Potenzial, die LCS über Jahre hinweg zu dominieren? Ist eine Beurteilung womöglich noch zu früh?
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