Geposted von andyundso,
Eine damalige Revolution. Denn die westliche Welt, welche zum größten Teil durch Könige oder Fürsten regiert wurde, war immer direkt von einer Person abhängig, welche alle drei Aufgaben ausführte. Mit der Gewaltenteilung konnten jedoch klare Machtbereiche definiert werden und die einzelnen Bereiche konnten sich nicht gegenseitig beeinflussen. Die drei Teilbereiche kontrollierten sich gegenseitig, damit niemand zu viel Macht zugesprochen bekam.
Zurück zu League of Legends
Wenn wir die soeben erläuterten, geschichtlichen Hintergründen auf League of Legends herunterbrechen und dessen eSport-Bereich, wird schnell auffallen, dass Riot in diesem Bereich nichts anderes als ein König ist. Sie erstellen das Reglement zu den Ligen (Gesetzgebung), tragen die Ligen aus (Verwaltung) und urteilen über die Teams und deren Fehltritte (Gerichtsbarkeit).
Tryndamere, einer der Gründer von Riot, hat sich mit seinem Königsskin im Spiel selber ein Denkmal geschaffen.
Die Abläufe sind daher sehr intransparent. Dies zeigt sich vor allem bei den vergangenen Bestrafungen von TDK und REN bzw. TIP. Laut Riot haben sie mehrere Beweisunterlagen, veröffentlichen diese aber nicht. Die Teams haben auch keine Möglichkeit zur Rechtfertigung, denn Riot agiert als Kläger, Richter und Henker in einer Person. Woher die Unterlagen stammen, ist nicht deklariert. Aus welchem genauen Gründen das Strafmaß mal so und mal so ausfällt, ist nur teilweise dokumentiert.
Wenn wir die Situation der Teams im Generellen betrachten, so fällt schnell auf, dass diese unter 'Königin Rito' einfach tun müssen, was gesagt wird. Das Reglement wird von Riot gestellt und regelmäßig überarbeitet, aber kann durch Drittpersonen nicht beeinflusst werden.
Demokratische Verhältnisse?
Das im ersten Teil erwähnte System mit der Gewaltenteilung könnte durchaus auch Riot helfen. Nicht nur wären die Community und die Team-Besitzer und -Mitglieder besänftigt, wenn sie Entscheidungsrechte und Transparenz erhalten. Sondern diese Punkte würden auch Investoren anlocken, weil diese wissen, dass das System stabil ist und sie zur Not Einfluss nehmen können.Wenn wir die eingangs erläuterten Strukturen herunterbrechen auf den eSport, würden folgende drei Teile nötig werden:
1. Gesetzgebung
Natürlich ist dies ein etwas unrealistisches Szenario, ein komplettes Gremium alleine für Regeln zu stellen. Aber lassen wir dies generell in diesem Text außen vor.
Wird ihr Vorhaben gelingen oder muss die WESA sich bald wieder verabschieden? Durch Riot könnte sich dies entscheiden.
Als gesetzgebende Kraft würde sich die WESA sehr gut eignen. Diese will zur FIFA des eSports aufsteigen und dies erreicht die Organisation nur durch Akzeptanz. Riot könnte hier den bedeutenden Schritt machen und die WESA als ihr «Reglement-Forum» benützen.
Zu Beginn müsste die WESA ein Reglement für League of Legends stellen und genehmigen, welches Riot anschließend umsetzen muss. Natürlich kann auch das Bisherige übernommen werden, aber wenn bereits alte Strukturen aufgebrochen werden, kann man auch gerade von vorne beginnen. Durch die Organisationen, welche innerhalb der WESA agieren und auch in anderen eSport-Arten tätig sind, könnte man auch deren Input einfließen lassen.
Zu halbjährlichen Kongressen, jeweils vor den Splits, würden sich Riot und die WESA-Mitglieder zusammensetzen und Riots Vorschläge für den kommenden Split diskutieren. Dies können Änderungen am System sein (z.B. zwölf Teams in der LCS) oder an dessen Regeln direkt (z.B. drei anstatt zwei Importe pro Team). Ganz demokratisch könnten die WESA-Mitglieder nach den Diskussionen abstimmen und somit den Organisationen und der Community eine Stimme geben, damit sich diese aktiv am eSport von Riot beteiligen können.
Was in dieser Konstellation besonders wichtig wäre, ist, dass die WESA ebenfalls transparent bleibt. Aktuell existieren sehr wenig Informationen, wie die Organisation operiert oder was konkret ihre Projekte sind. Falls sich die WESA eines Tages zu einer Art „FIFA“ im eSport herauf spielt, dann dürfen sie nicht dieselben Fehler wie die Fußball-Organisation begehen. Im eSport werden immer mehr Gelder gelockert, um die Branche zu finanzieren und dort ist die Gefahr von Korruption oder Manipulationen sehr hoch. Mit Transparenz kann man dagegen arbeiten.
Ebenfalls bleibt die Frage offen, wie man das Gremium der WESA zusammensetzen möchte. In einem normalen Parlament treffen normale Bürger auf Unternehmer, welche oftmals zwei Gegenpole bei diversen Themen bilden. Bei der WESA fehlt der Otto-Normalbürger, lediglich die Teams mit ihren Leitern und Investoren sitzen drin. Leute wie Caster, Analysten, Journalisten oder Internetbekanntheiten könnten den Gegenpol zu den Teams bilden. Wie die WESA diese Leute in den Prozess miteinbeziehen möchte, ist Gegenstand einer Diskussion.
2. Verwaltung
Die Verwaltung des Spieles und dessen eSport würde nach wie vor Riot übernehmen. Einzige Neuerung wäre für sie lediglich, dass sie das Reglement und die Anforderungen der WESA übernehmen würden. Zudem würden die «Competitive Rulings», also das Justizsystem für den eSport, abgeben werden, aber dazu später mehr.Wie bei einem Staat gehört bei Riot aber auch mehr als eine Baustelle dazu. So gibt es nicht nur ein Spiel zu verwalten. Sie würden es weiterhin aktiv entwickeln und Projekte verfolgen, um die Spielerfahrung zu verbessern. Sie tragen die Ligen aus, prüfen die Teams und die Spieler auf Verhaltensauffäligkeiten und erstellen neue Vorstöße für ein aktualisiertes Reglement.
3. Justiz
Die «Competitive Rulings», also die Banns gegen Spieler und Teams, müsste eine externe Organisation übernehmen. Natürlich könnte dies auch eine Gruppe innerhalb von Riot sein, sie darf aber keine direkten Verbindungen aufweisen. So wäre es nicht erlaubt, dass jemand in dieser Abteilung arbeitet, welcher direkt Kontakt mit den Teams oder den Spielern hat, da dies seine Meinung verfälschen würde.Bei den Berichten zu den einzelnen Bestrafungen muss Riot gewaltig nachholen, denn diese müssten wesentlich ausführlicher und mit mehr Begründungen belegt werden. Zudem sollte das Beweismaterial, welches Riot vorliegt, teilweise oder ganz veröffentlicht werden. Die Entscheide sollten zudem einmalig anfechtbar sein, denn Fairplay gilt besonders bei Bestrafungen.

Die Gewaltenteilung nochmals vereinfacht grafisch dargestellt.
Fazit
Das Aufbrechen von Riots eSport-Department in drei einzelne, unabhängige Teile, würde dem System Stabilität, Transparenz und Miteinwirkung für alle Beteiligten bringen. Dieser Prozess ist jedoch aufwendig und lang und die Kosten für alle diese Teile könnten unter Umständen nicht tragbar sein. Eine Firma arbeitet generell immer profitorientiert, was eine solche Umstrukturierung nicht mit sich bringt.Ob ein solches Konstrukt umgesetzt werden kann und in welcher Form, wird sich zeigen. Welche Anforderungen die Investoren an Riot stellen werden und ob Riot diese hören möchte oder es einfach ignoriert wie bei der Dynamic Queue.
Was denkt ihr? Wäre dies eine Möglichkeit für Riot und würde es die Entwicklung des eSport voranbringen?
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