Geposted von andyundso,
Bei den Weltmeisterschaften hat dies insgesamt etwas abgenommen. So kommt Kalista vor den Halbfinals auf rund 70.2% Pick- und Banrate bei einer Winrate von "nur" 41.7%. Weshalb dies so ist, werden wir zum Schluss nochmals genauer beleuchten. Doch was macht Kalista aus?
Kiten leichtgemacht – Passive 1
Das Kit, also die Zusammenstellung der Fähigkeiten, ist sehr facettenreich gestaltet. So hat Kalista zwei passive Fähigkeiten: Ihr Hauptmerkmal, der Sprung nach jeder automatischen Attacke, ermöglicht es, Gegner problemlos auf Distanz zu halten oder sie zu verfolgen.Gerade diese Eigenschaft war in Saison 5 extrem wichtig: Sehr mobile Helden wie Riven oder LeBlanc, welche diese Distanz von Kalista's passiver Fähigkeit ohne Probleme überwinden, wurden spätestens nach der Glutkolossveröffentlichung im Patch 5.5 verdrängt durch Helden, welche sehr viel Leben und eine Menge Resistenzen bauen. Das mag gut sein, jedoch haben alle die gemeinsame Schwäche, dass sie keine oder höchstens eine Fähigkeit (Flash ausgeschlossen) besitzen, um an den Gegner ranzukommen. Kalista springt einfach davon, wenn diese Helden auf sie zulaufen, und kann gleichzeitig Schaden austeilen (das sogenannte "Kiting").
Die Gegenstände, welche auf ihr gebaut werden, unterstützt ihre passive Fähigkeit sehr. Standardmäßig baut man Kalista zuerst mit einer Klinge des gestürzten Königs, dann Runaans Hurrikan und anschließend Blutdürster. So kommt man auf rund 30% Lebensraub, welche ihr ermöglichen, falls sie mal von einem Gegner erwischt wird, in kurzer Zeit ihr komplettes Leben wiederherzustellen und in einem sehr schnellen Tempo, aufgrund des Angriffstempos, Distanz von dem Gegner zu gewinnen.
Einzigartige Support-Synergie – Passive 2, W & R
Zu Beginn eines Spieles erhält Kalista einen Gegenstand, mit welchem sie einem anderen Helden einen Pakt anbieten kann. Dieser nimmt den Pakt an und die Effekte auf dem passiven W- sowie dem R-Zauber werden freigeschaltet.Der passive W-Zauber ermöglicht einen prozentualen Schaden beim einem Ziel, welches Kalista und ihr Verbündeter innerhalb von 2 Sekunden mit einem automatischen Angriff versehen müssen. Auf kleinster Stufe sind das bereits 12% des maximalen Lebens des Ziels als magischer Schaden, was bei einem kleinen Kampf auf der Lane unglaublich viel Schaden sein kann.
Doch die ultimative Fähigkeit ist es, was die Synergie zwischen Kalista und ihrem Verbündeten ausmacht: Kalista zieht ihren Verbündeten zu sich in eine Kugel über ihren Kopf für maximal 4 Sekunden. In dieser Zeit muss der Verbündete ein Platz auswählen, auf welchem, er sobald er dort landet, ein Hochwerfeffekt für 1.5 Sekunden auslöst.
Die ultimative Fähigkeit kann in so vielen Situationen verwendet werden. So kann der Supporter ohne Probleme etwas weiter in den gegnerischen Dschungel gehen, um Wards zu platzieren, den Kalista kann ihn im Notfall einfach rausziehen. Oder man verwendet diese Fähigkeit offensiv, um Kämpfe zu beginnen. Gerade in Kombination mit einem Braum oder einem Tresh, welche viel Flächenkontrolle mit ihrer ultimativen Fähigkeit haben, kann Kalista glänzen.
Besonders Niels und Mithy von Origen haben während des Summer Splits und auch wieder an den Weltmeisterschaften ihre gute Synergie gezeigt und viele Kämpfe für Origen initiiert. So konnte man in den Gruppenphasen sogar einige Kalista & Braum Bans gegen sich selbst provozieren.

Sicheres Zerschmettern & Farmen – E
Kalista’s Kit ist um ihre Identität als Schütze mit Speeren gebaut und das beste Merkmal für diese Identität ist ihre E-Fähigkeit: Mit dieser kann sie automatische Angriff in einen Gegner reinhauen und erhält dafür einen Speer im Gegner. Wenn sie Ihre E-Fähigkeit aktiviert, werden die Speere herauszogen, was eine Verlangsamung auf dem Gegner bewirkt und ihm weiteren Schaden hinzugefügt.Das hat vor allem drei Vorteile: Wenn man eine Einheit mit dieser Fähigkeit tötet, bekommt man die Abklingzeit zurückerstattet sowie etwas Mana. So kann man problemlos farmen.
Die Fähigkeit kann zudem den eigenen Jungler beim Zerschmettern von Objekten wie der Drache oder Baron Nashor unterstützen, da die Speere aufeinander stacken und sie so ein sehr hohes Schadenspotential haben. So kann Kalista einfach die erste Ladung an Schaden durchbringen, während der Jungler mit seinem Zerschmettern der Rest erledigt.
Und zu guter Letzt: Wenn Kalista auf der Jagd nach einem Gegner ist oder Gegner auf der Jagd nach Kalista, kann man diesen einfach verlangsamen, falls man nicht ran- oder wegkommt. Praktisch!
Wo bleibt der Erfolg?
Wenn wir uns das so insgesamt anschauen, klingt dies alles ganz gut, doch woher kommen die "schlechten" Statistiken von den Weltmeisterschaften?Nun, der zurzeit in der Statistik beste Schütze ist Jinx mit rund 26 Spielen und einer Winrate von 57.7%. Kalista folgt mit den zweitmeisten Spielen, nämlich 24 und der schon erwähnten Winrate von 41.7%. Ansonsten ist das Schützen-Meta sehr breit gefächert: Kog’Maw, Tristana und Vayne wurden schon öfters ausgepackt, aber auch nie mehr als 7 Spiele. Lassen wir diese aus der Rechnerei raus und vergleichen Jinx mit Kalista, die ja ihr den Platz in der Sonne, statistisch gesehen, wegnimmt.
Jinx ist ein Hyper-Carry, das heißt, am Anfang des Spieles ist sie sehr schwach, wiederum ist sie im späten Spielverlauf unglaublich stark. Kalista’s Leistungsspitze erfolgt bei den ersten Drachenkämpfen, also im mittleren Spielverlauf. Solange hat Kalista die Oberhand über Jinx, bis Jinx an einem Punkt mit gleich vielen Gegenständen mehr Schaden austeilen kann. Das liegt an den Gegenständen, die Jinx baut und Kalista nicht: Gegenstände, die die Chance auf kritische Treffer erhöhen. Gepaart mit der Q-Fähigkeit von Jinx, welches dann Flächenautoattacken ergibt, kann sie sehr viel Schaden an mehreren Zielen verursachen mit geringen Manakosten.
Die Partien werden im weiteren Turnierverlauf ausgeglichener zwischen den Teams, weil sie sich auf einem ähnlichen Level befinden. Folglich dauern die Spiele länger und das ist das, was Jinx insgesamt mag. Die Chance, einen Kampf mit Jinx um Minute 45 zu gewinnen ist aufgrund des höheren Schadens wesentlich wahrscheinlicher, als mit Kalista.
Das ist insgesamt eine Erklärung für die aktuelle Situation von Kalista an den Weltmeisterschaften. Natürlich spielen jede Menge weitere Faktoren mit dazu, wie die Spieler, die sie auswählen, die eigene Teamkomposition, das gegnerische Team und der Spielverlauf im Allgemeinen. Jedoch werden wir sicher im restlichen Turnierverlauf noch einige Kalista-Spiele sehen und beobachten können, wie sie sich weiter schlagen und entwickeln wird.
Was denkt ihr? Wie steht Kalista derzeit im Spiel und wird sie auch in Saison 6 wieder so relevant sein wie dieses Jahr?
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