Geposted von Kirsodia,
In der Gesellschaft hatten Gamer schon immer ihren Ruf weg: Ein der Sucht verfallenes Pack, welches über keinerlei Sozialkompetenzen verfügt und mit dem ewigen vor-dem-Computer-hocken seiner Gesundheit schadet. Aber sind das eigentlich ernst gemeinte, wahre Thesen oder nur ein Vorwand, um uns ins Freie zu locken? "Verbringe nicht so viel Zeit vorm PC!", "Videospiele sind nicht gut für dich!" und "Konzentrier dich lieber auf die Schule!" sind Sätze, die sich der ein oder andere so oder in abgewandelter Form definitiv schon einmal anhören musste. Die Meinung, Videospiele sind schlecht und machen abhängig ist heutzutage nicht mehr ganz so verbreitet wie vor ein paar Jahren - oder doch?
Einige Eltern halten sich stur an dieser These fest und sind daher nicht von unserem täglichen Videospiel-Konsum begeistert. Oft wird unser Hobby nicht als solches erkannt, da das vermeintlich typische Bild eines übergewichtigen Gamers noch die Gedanken vieler schmückt: Er sieht nie Tageslicht, wohnt mit 40 noch bei Mutti, zockt den ganzen Tag, duscht nie und ernährt sich nur von Pizza und Chips, die er ab und an in seinem Bart findet. Diese Vorstellung löst meist heftige Vorurteile aus: Er ist dick, also macht er nicht viel Sport. Er ist ungepflegt, weil er sich nie duscht.
In den meisten Fällen trifft dieses Bild aber nicht mehr zu. eSport, und auch die League of Legends Szene, hat sich weiterentwickelt.

"Spiele sind Zeitverschwendung!"

Zocken wird häufig als Zeitverschwendung angesehen. Es bringe nichts, höchstens Schlechtes. Ein Gegenargument dafür wäre, dass Zocken die Reflexe schärft. Stimmt das, oder ist das nur ein Vorwand, um sich mit beruhigtem Gewissen wieder dem Spiel widmen zu können?
Eine von Chirurgen geführte Studie ergab, dass Chirurgen, die League of Legends spielen (natürlich nicht während der OP), 27% schneller waren und ganze 37% weniger Fehler gemacht haben als die Chirurgen, die nicht League spielen. Da die meisten von euch vermutlich keine Chirurgen sind, ist diese Statistik für euch ungültig, aber das Prinzip dahinter bleibt das selbe. Spielt man eine oder zwei Runden League, ist schon recht viel Zeit vergangen, aber am wichtigsten ist für uns der Spaßfaktor. Wenn man sich außerdem im Spiel mit Teamkollegen unterhält, soll das bekanntlich auch die Englisch-Fähigkeiten verbessern, aber dazu später mehr. Gaming generell soll laut Statistiken Stress um 17% reduzieren. Es gibt doch nichts besseres, als nach einem anstrengenden Arbeitstag in der SoloQ mit Feedern und Trollen herumzutollen, ihnen zu sagen, dass sie nicht wissen was sie tun und interessante Fakten über die eigene Mutter zu erfahren?

"Zocken ist ungesund!"

Ein großer Mythos, der aber ganz allein von euch abhängt. Es liegt an euch, wie gesund ihr euch ernährt. Natürlich hätte fast jeder von uns lieber eine leckere Pizza als Brot zum Abendessen, aber neben ungesunder Ernährung wird uns auch oft mangelnde Bewegung vorgeworfen. "Gamer bestellen sich Pizza, weil sie keine Lust und Zeit haben, sich etwas gesundes zu machen. Das geht schließlich von ihrer Spielzeit ab." - Manchmal mag das schon zutreffen, immer ist das jedoch nicht der Fall. Sicher machen einige von euch in ihrer Freizeit auch richtigen Sport. Ihr wisst schon, soetwas mit Bewegung halt. Ob das Starren auf dem Bildschirm aber tatsächlich gesundheitsschädigend ist, ist fraglich.

"Such dir lieber richtige Freunde!"

Oft werden die Freunde, mit denen man spielt oder besonders die, die man nur aus dem Internet kennt, nicht als richtige Freunde angesehen. Schließlich sieht man diese nicht persönlich und kann mit ihnen nicht "im richtigen Leben" interagieren. Aber leiden Sozialkompetenzen im Allgemeinen unter dem Spielen?
Auf der einen Seite kann man mit Freunden (ob nur Internetbekanntschaften oder Schulkameraden) spielen und sich so die ganze Zeit mit ihnen unterhalten. Außerdem gibt es im Team ja auch noch andere Spieler, die man nicht zwangsläufig kennt. Diese wohnen zwar öfters in anderen Ländern, aber es kann ja sein, dass man sich mit einem von ihnen besonders gut versteht. Auf der anderen Seite kommt man aber auch täglich mit der Unfreundlichkeit der Mitspieler und deren Beleidigungen in Kontakt. Das man also weniger mit anderen Menschen kommuniziert, stimmt nicht zwingend. Und auch wenn ihr nur virtuell mit diesen Leuten Kontakt habt, ist das manchmal weit mehr, als ihr in der "echten" Welt mit anderen Menschen zu tun habt, wenn ihr mal nicht am PC sitzt.



"Videospiele machen süchtig!"

Natürlich haben viele Spiele einen gewissen Suchtfaktor, was jedoch vom Spielmacher beabsichtigt wurde. Wahrscheinlich haben sich die Entwickler von Riot zwar nicht als Ziel gesetzt, euch mit ihrem Spiel von allem anderen abzulenken, sodass ihr die Schule oder eure Ausbildung völlig vernachlässigt, jedoch ist die Belohnung solcher Spiele die Zeit, die ihr in sie steckt. Bessere Items bekommen, mehr Einflusspunkte sammeln, Pokemon fangen: Für die jeweilige Firma ein großartiges Business-Modell, für den Spieler eher weniger. Sobald man nichts besseres zu tun hat, spielt man, aber genau daran liegt das Problem: Eure Vorstellung für die Wichtigkeit des Spiels kann sich verändern.
LoL sollte eine Freizeitbeschäftigung bleiben und sich nicht vor eure Schule, die Ausbildung oder das Studium stellen, aber das erzählen euch sicher auch eure Eltern ständig. Natürlich ist nicht jeder, der ein Spiel spielt, gleich süchtig. Es ist einfach wichtig, die richtige Balance zu finden und es nicht zu übertreiben. An dieser Stelle hat die manchmal toxische Community mit ihren endlosen Flamern ausnahmsweise sogar einen Vorteil: An manchen Tagen bringen sie uns derartig auf die Palme oder spielen so schlecht, dass wir erst einmal keine Lust mehr haben. Vielleicht nicht für lange Zeit, aber wir brauchen defintiv erstmal etwas Ruhe vor ihnen. Aber trotzdem: Wer von uns hat nicht schon einmal seine Hausaufgaben für ein Spiel versetzt. Oder zwei.

"Mach lieber etwas für die Schule!"

Manche haben es nötiger als andere, was aber nicht heißt, dass diese eben mehr für die Schule machen. Wie viel ihr für die Schule oder für die Uni macht, ist natürlich euch überlassen. Spielen kann nur negative Folgen haben, wenn ihr eure Prioritäten nicht richtig setzt. Wie viel ihr lernt, hängt von euch ab, aber wer lernt schon gern, wenn er stattdessen bei League of Legends kräftig feeden kann? Spaß beiseite, wenn ihr wirklich lernen müsst, aber ihr keine Lust habt, weil League of Legends euch so verlockend erscheint, geht am besten ins Wohnzimmer oder in einen anderen Raum ohne Computer. Aus euren Gedanken könnt ihr League zwar nicht verbannen, aber wenigstens aus dem Zimmer.
Das man beim Spielen mit anderssprachigen Mitspielern oft besser englisch lernt als in der Schule, wird ebenfalls oft behauptet. Ob das zu 100% stimmt ist nicht klar, jedoch kann niemand verleugnen, dass er im Chat das ein oder andere neue Wort gelernt hat.

Fazit

Was schlecht für uns ist und was nicht, hängt stark vom Auge des Betrachters ab. Wenn man vorurteilsfrei dieses Thema bewertet, kann man sagen, dass Videospiele definitiv "schlecht" für uns sein können.
Ihr geht nicht mehr zur Schule, zur Uni oder zur Arbeit und euer Tagesablauf besteht aus Essen, Schlafen, Zocken. Auch wenn diese Vorstellung für uns doch ein Traum wäre, ist sie ohne akute Probleme und Folgen für die Zukunft nur schwer umsetzbar.
Ob muskulös und fit oder ob man sich gesund ernährt, hängt nicht davon ab, ob man Videospiele spielt oder nicht. Es kommt auf die eigene Einstellung an, auch wenn uns Videospiele diesbezüglich beeinflussen können.
Ob die Sozialkompetenzen darunter leiden oder nicht kommt auch ganz auf euch an.
Eure Eltern können auch durchaus manchmal recht haben, aber gebt euch Mühe, es mit dem Zocken nicht zu übertreiben.

Aber genug von all dem moralischen Gerede: Glaubt ihr, League wirkt sich eher positiv oder negativ auf unseren Alltag aus? Wieso?

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