Geposted von Zep1991,
Das 2011 gegründete Team SoloMid gehört ohne Frage zu den populärsten League of Legends-Teams weltweit. Die all so typischen “TSM! TSM! TSM!” Rufe der Fans während internationaler Turniere gehören fast schon zum guten Ton jedes Events. Doch nicht nur aufgrund ihrer enormen Popularität, sondern auch wegen der Ansprüche des Teams an sich selbst, möchte TSM mehr erreichen als nur nationale Erfolge. Die Weltmeisterschaft ist das große Ziel. Nachdem TSM mit dem Sieg der neunten Intel Extreme Masters in Katowice seinen ersten internationalen Erfolg feiern konnte, wurde das Team mit der Pleiteserie während des Mid-Season Invitationals ganz schnell wieder auf den harten Boden der Tatsachen geschleudert. Von genau diesem Schock scheinen sie sich bis zum Ende der Saison 2015 immer noch nicht erholt zu haben.
Zu hohe Ansprüche führen zum tiefen Fall
Die Übermacht der asiatischen Teams ist allgemein bekannt, die Schwäche der nordamerikanischen Teams ebenfalls. Während T1, EDward Gaming und Fnatic mit enormer regionaler Dominanz überzeugen können, schwächelt die größte nordamerikanische Organisation in der Mitte der Liga-Tabelle. Darf ein nordamerikanisches Team überhaupt einen Anspruch an den prestigeträchtigsten eSport-Titel der Welt stellen? Es ist fraglich, ob ein Team, das zu 90 Prozent seine Spiele in einer der schwächsten Regionen absolviert, überhaupt starken internationalen Gegnern gewachsen ist.Verfehltes Potenzial: TSM Keith
Auch wenn viele Fans sich über die Anschaffung von Yuri 'Keith' Jew gefreut haben, war diese letztlich nur eine notdürftige Lösung für ein lange überfälliges Personalproblem. Jason 'WildTurtle' Tran gehört in der Sommersaison zu den schwächsten Schützen der Liga und hat schon lange seine Daseinsberechtigung verspielt. Keith wurde als Notlösung rekrutiert, um neues Feuer in einem bereits verrosteten alten Ofen zu schüren. Keith selbst mag als nordamerikanischer Spieler zwar ein gewisses Potenzial vorweisen können, jedoch bietet er keinen Vergleich zu anderen möglichen Transfers. Da Søren 'Bjergsen' Bjerg in nächster Zukunft als ortsansässiger NA-Spieler anerkannt wird, wäre sogar ein internationaler Transfer denkbar.Ein Team ohne Kopf
Doch nun zum eigentlichen Grund, warum TSM es nie schaffen wird, über sich selbst und den schlechten Ruf ihrer Liga hinauszuwachsen. Andy 'Reginald' Dinh, der zuletzt wieder die Rolle des Coaches einnahm, ließ in einem Twitlonger-Statement verlauten, dass ein Trainer wie Yoon-sub 'Locodoco' Choi in seiner Autorität nicht über den Spielern stehe. Die Rolle des Coaches beinhalte lediglich die Aufgabe, Spieler zu einem konstruktiven Dialog zu bringen. Geht man also nach den Prinzipien von Dinh, erhält die Person, die über die Taktiken, Strategien und die Teamidentität entscheidet, keine größere Entscheidungskraft als ein Spieler. Ist ein Trainer dann noch Trainer, oder doch nur ein glorifizierter Analytiker und Organisator? Sobald ein Coach nicht mehr in der Lage ist, seinen Überblick über die Stärken und Schwächen des Teams in von ihm vorgegebene Strategien und Taktiken umzuwandeln, verliert ein Team an Identität und wirkt praktisch führungslos.In Anbetracht dessen wird deutlich, warum SoloMid in den letzten Wochen der Sommersaison wie ein kopfloses Huhn von einer Niederlage zur anderen rennt. Warum glaubt ihr, dass TSM nie mehr als nur ein Top NA Team sein wird oder denkt ihr, dass sich das Team noch weiter entwickeln wird? Ich bin auf eure Antworten gespannt.
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