Geposted von Funk1ll3r,
Die LEC ist die Top-Liga in Europa für League of Legends und begeistert seit vielen Jahren unzählige Fans. Am 9. Februar 2013 startete der Wettbewerb unter dem Namen EU LCS in seinen allerersten Split. Wir blicken in "Heute vor 10 Jahren in LoL" darauf zurück. "Willkommen, meine Damen und Herren. Ich bin Eefje 'sjokz' Depoortere und ich werde eure Moderatorin für die nächsten zehn Wochen sein", waren die ersten Worte der heutigen E-Sport-Ikone zum Startschuss der EU LCS. Nur die größten Optimisten dürften bereits damals geahnt haben, welches Ausmaß die europäische Top-Liga annehmen und welche Bedeutung sie im Spiel von Riot Games zehn Jahre später noch haben würde - glücklicherweise auch heute noch regelmäßig mit der sympathischen Belgierin sjokz in der englischen Übertragung.

Die Geburtsstunde der EU LCS, wie die LEC bis Anfang 2019 genannt wurde, war der Beginn einer neuen Ära für League of Legends in Europa. 2012, das erste komplette Jahr der Profiszene, hatte nämlich noch ein gänzlich anderes Bild gezeichnet. Teilweise im Wochentakt fanden Wettbewerbe in Europa und Amerika statt, die sich häufig nur über wenige Tage erstreckten. Ausgetragen wurden sie von verschiedenen Veranstaltern wie der ESL oder der MLG, Formate wechselten von Event zu Event, ebenso die Übertragung sowie ihre Qualität.



Es wäre nicht unpassend, das Jahr 2012 für diese beiden Regionen als "Wilden Westen" zu bezeichnen, insbesondere aus Sicht derjenigen, die das Geschehen in den heimischen vier Wänden verfolgen wollten und sollten. Nur die größten LoL-Fans waren damals in der Lage, sich durch den tiefen Turnier-Dschungel zu schlagen und problemlos zu erkennen, welcher Wettbewerb von Bedeutung war, wie das Teilnehmerfeld aussah und wo das Ganze geschaut werden konnte.

Die Einführung der EU LCS und NA LCS war die große Maßnahme von Riot Games, der westlichen Szene ab 2013 eine kompakte und nachvollziehbare Struktur zu geben: wöchentliche Offline-Partien der besten Teams einer Region, wiederkehrende Namen und die Möglichkeit für Fans, dadurch eine Verbindung zu den Profis aufzubauen, einen entsprechenden Broadcast-Standard sowie erkennbare Ziele, für die die Teilnehmer gekämpft haben.

Fnatic zittert in der Qualifikation



Die EU LCS startete 2013 mit acht Teams in ihren ersten Split, wobei nur drei eine direkte Einladung erhalten haben. Dabei handelte es sich um die Top drei der europäischen Regional Finals von 2012, die sich für die anschließende World Championship qualifiziert hatten: Gambit Gaming, SK Gaming und die Evil Geniuses, die bis Anfang 2013 unter dem Namen CLG.EU spielten.

Mit Fnatic hatte die bis vor wenigen Jahren erfolgreichste Organisation der europäischen LoL-Geschichte nach ihrem vierten Platz bei den Season 2 Regional Finals keinen sicheren Slot in der neuen Liga von Riot Games und musste sich zwei Wochen vor Beginn des ersten Spring Splits durch einen Offline-Qualifier kämpfen. "Wir waren selbstbewusst, hatten aber trotzdem Angst, dass wir verlieren könnten", sagte Mid-Laner Enrique 'xPeke' Cedeño Martínez danach über die entscheidende Best-of-Three-Serie um eines der fünf begehrten EU-LCS-Tickets.



Ursprünglich sollten 16 Teams am Qualifikationsturnier teilnehmen, allerdings wurde Team Solo Mebdi im Vorfeld disqualifiziert, weil drei Spieler des Lineups für sämtliche Riot-Wettbewerbe gesperrt worden waren. Im Roster befanden sich unter anderem der langjährige LEC-Coach Jakob 'YamatoCannon' Mebdi und der heutige LCS-Star Nicolaj 'Jensen' Jensen, der sogar zum gebannten Trio gehörte. Fnatic musste zwischenzeitlich zittern, denn nach einer Pleite gegen Giants Gaming in der Gruppe A war das Quintett gezwungen, Team ALTERNATE zu schlagen und so ein Aus zu verhindern. Dies glückte und ein deutliches 2:0 gegen MeetYourMakers garantierte xPeke und Co. die Teilnahme an der EU LCS.

CandyPanda mit erstem Kill, Fnatic mit erstem Sieg



Zwei Wochen später eröffnete Fnatic am 9. Februar 2013 im ESL-Studio in Köln - der Umzug nach Berlin fand erst zum Jahr 2015 statt - gegen SK Gaming die neue professionelle Liga für die Region. Gerade in den ersten LoL-Jahren hatte dieses Duell noch als "El Clásico" viel Hype kreiert, da bereits in Counter-Strike 1.6 eine große Rivalität zwischen den Organisationen herrschte. Zusätzliche Brisanz kam zudem durch den legendären xPeke-Backdoor bei den IEM Season 7 Katowice wenige Wochen davor ins Spiel.

Den allerersten Kill in der Historie der EU LCS sicherte sich SK Gamings deutscher AD-Carry Adrian 'CandyPanda' Wübbelmann mit Twitch, das letzte Wort in einer über weite Strecken eher ereignisarmen, aber trotzdem spannenden Eröffnungspartie hatte jedoch der Gegner. Ein einziger 4:0-Teamfight nach 40 Minuten reichte Fnatic, um das Spiel für sich zu entscheiden und das erste Kapitel der eigenen äußerst erfolgreichen Geschichte zu schreiben.



Neben Fnatic und SK Gaming kämpften auch Gambit Gaming, die Evil Geniuses, die Copenhagen Wolves mit TSM-Legende Søren 'Bjergsen' Bjerg, against All authority, Giants Gaming und DragonBorns um Europas Krone. Innerhalb von rund zwei Monaten bestritt jedes Team 28 Best-of-One-Partien, vier gegen jeden der sieben Kontrahenten. Fnatic schloss die reguläre Saison mit 22 Siegen auf Platz eins ab und holte in den Playoffs nach einem 2:1 über EG und einem 3:2 im fast sechsstündigen Finale gegen Gambit den Titel.

Dies gelang der renommierten Organisation sogar ohne Martin 'Rekkles' Larsson, der Ende 2012 bei der DreamHack Winter und der prestigeträchtigen IPL 5 für Furore gesorgt hatte. Das erste Jahr der EU LCS verpasste der Schwede aber, da er das festgelegte Mindestalter von 17 Jahren noch nicht erreicht hatte.

Über die mittlerweile zehn Jahre seit dem Start hat sich die EU LCS bzw. die LEC in allen Aspekten weiterentwickelt und Fans unzählige Stunden beste Unterhaltung geliefert. Gleichzeitig verhalf sie Spielern und Teams dazu, auf höchstem Niveau Fuß zu fassen und Geschichte zu schreiben, beispielsweise G2 Esports mit dem Gewinn des Mid-Season Invitationals 2019. All das begann am 9. Februar 2013 mit der Geburt der europäischen Top-Liga und damit auch einer neuen Ära im professionellen League of Legends.

Teaserbild: Riot Games

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