YamatoCannon über Fnatic im Spring: "Es ging viel eher ums Überleben"

Geposted von Funk1ll3r,
Mit namhaften Neuzugängen ging Fnatic als Top-Favorit auf den Titel in den LEC Spring Split, verpasste allerdings am Ende das Finale. Head-Coach Jakob 'YamatoCannon' Mebdi sprach am Mittwoch im EUphoria-Podcast über das Ergebnis und die Gründe. "Im Spring ist die Schwierigkeit immer, dass du ein neues Roster erstellst und dieses erst kennenlernen musst. [...] Du kannst nicht erwarten, dass wenn ein Spieler in einem bestimmten Team wirklich gut performt hat, du ihn in ein anderes Team verschiebst und er genauso funktionieren wird", erklärte der Schwede und betonte dabei, dass der eigene Beitrag zum Erfolg in einem neuen Team häufig sehr anders aussehe.

Fnatic hatte Ende 2021 mit Marek 'Humanoid' Brázda, Iván 'Razork' Martín Díaz und Martin 'Wunder' Hansen gleich drei große Verpflichtungen getätigt. Die beiden Erstgenannten hatten für die MAD Lions bzw. Misfits Gaming einen starken Summer Split gespielt.



"Auf dem Papier ist alles andere, als zu gewinnen, unverzeihlich", stimmte YamatoCannon den Meinungen der Experten und Fans zur Favoritenrolle von Fnatic vor dem Spring Split zu. "Die von uns gesetzten Erwartungen waren falsch ausgerichtet", so der 26-Jährige weiter. "Während ich die Spieler persönlich kennenlernte, gab es für mich im Verlauf des Splits bestimmte Verhaltensweisen innerhalb des Teams, die ich habe zu weit gehen lassen."

Dies habe zu einer Umgebung geführt, "in der wir [nicht] wachsen konnten. Es ging viel eher ums Überleben. Als wir auf das erste Hindernis gestoßen sind, ist alles auf uns herabgestürzt - wir waren im Prinzip ein undichtes Schiff", führte der Head-Coach von Fnatic seine eigene Sichtweise weiter aus.

Fnatic im Training: "Wir waren schrecklich"



YamatoCannon ging auch näher auf bestimmte Aspekte ein, die zum insgesamt enttäuschenden Ergebnis in der LEC geführt hätten. Dabei bestätigte er die Gerüchte, dass sein Team in Trainingsspielen schlecht gewesen sei, ohne die Situation schönzureden: "Wir waren schrecklich."

Trotzdem glaubt der Schwede, dass Fnatic zumindest an bestimmten Punkten im Spring Split das stärkste Team in Europas Königsklasse gewesen ist. Allerdings sei das eigene Selbstvertrauen in der Playoff-Serie gegen Rogue, die nach 2:0-Führung noch mit 2:3 verloren wurde, zerschlagen worden. "In diesen Momenten musst du auf deinen Grundlagen aufbauen - und unsere Grundlagen als Gruppe waren nicht sehr gut." Die Spieler hätten realisiert, dass das, was im Training passiert, auch auf der Bühne geschehen kann.



Im Lower-Bracket kassierte Fnatic gegen den späteren LEC-Champion G2 Esports eine klare 0:3-Pleite und schloss den Spring Split somit auf Rang drei ab. Das Team von YamatoCannon hätte im Vergleich zum großen Rivalen einen deutlichen Nachteil vorgewiesen. "Den dritten Platz zu erreichen, weil jeder individuell großartig ist, ist gut genug. Am Ende hat G2 aber gewonnen, weil sie eine sehr starke Gruppe waren. Und das setzt sich immer durch."

Der 26-jährige Head-Coach blickt aber positiv in die Zukunft: "Mit all den Informationen aus dem Frühling ist es viel leichter, sich auf den Sommer vorzubereiten", schilderte er. Ob die Vorbereitungen früh erste Früchte tragen werden, könnte sich bereits am Freitag herausstellen. Zum LEC-Auftakt geht es für Fnatic um 22:00 Uhr im Top-Match des Tages gegen Vize-Champion Rogue. Am Samstag trifft der siebenmalige Champion Europas auf Excel Esports und am Sonntag auf SK Gaming.

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Teaserbild: Lance Skundrich - Riot Games

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