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Arcane – Die Hintergründe von Riot Games' Serienwunder

Geposted von aliasalina,
Die neue League-of-Legends-Serie Arcane schlug weltweit ein wie eine Bombe: Im Nu knackte Riot Games' neuster Streich vor zwei Wochen Zuschauerrekorde und versammelte Fans auf den sozialen Netzwerken. Doch woher kommt Arcane, wer steckt dahinter und womit fasziniert die Serie Millionen von Zuschauenden? Der erste Akt der LoL-Serie Arcane debütierte am 6. November und ergatterte ohne Umschweife Platz 1 der Netflix-Charts. Damit vertrieb Riot Games' Produktion sogar den Chart-Hit Squid Game von seinem Thron. Da dieser laut CNN von rund 111 Millionen Accounts angeschaut wurde, müssen sich Arcanes Zuschauerzahlen also in schwindelerregender Höhe befinden.



Hinter dem derart erfolgreichen Start des schon seit zwei Jahren antizipierten Anime steht ein Erfolgsrezept, das Riot Games gleich auf mehreren Säulen aufgebaut hat. Von der eigentlichen Entwicklung der Serie bis hin zu ihrem Debüt wollen wir diese genauer unter die Lupe nehmen – natürlich ohne euch relevante Story-Elemente zu spoilern.

Ein Geniestreich in Sachen Marketing



Erstmals erfuhr die LoL-Community schon im Oktober 2019 von einer ominösen Serie namens "Arcane", die Riot Games im Rahmen des eigenen zehnjährigen Jubiläums ankündigte. Bereits in diesem ersten Video wurden Vi und Jinx als zentrale Charaktere enthüllt, zusammen mit einer Reihe von zu dem Zeitpunkt unbekannten Gesichtern sowie Eindrücken von Piltover und Zaun. Was zum Release dieses ersten Trailers noch als großes Mysterium erschien, setzte sich ab diesem Moment wie ein zu lösendes Puzzle in den Gedanken der Fans fest.



Einer langen Stille um die so mysteriös angekündigte Serie folgte ein wahrer Marketing-Marathon in den letzten Monaten vor ihrem Release. Die lang angestaute Neugierde der riesigen LoL-Community wurde im Mai erstmals von neuem entfacht, als ein erster – und zudem sehr naher – Release-Zeitraum der Show bekannt gegeben wurde.

Mit dem ersten detaillierten Trailer der Serie schürte Riot Games im September erneut den schon länger laufenden Hype um Arcane und befeuerte Spekulationen über Storylines, auftretende Champions und die Hintergründe des dargestellten Universums.

Als würde die weltweite Neugierde fast der gesamten League-of-Legends-Community noch nicht ausreichen, bekam die bereits etablierte Arcane-Strömung zum Ende des Oktobers hin schließlich ihre eigene "Hymne".



Mit dem Release des Soundtracks der Imagine Dragons holte Riot Games nicht nur eine weltbekannte Band mit rund 43 Millionen monatlichen Zuhörern ins Boot, sondern auch einen Teil dieser Community. Selbst Fans der Band ohne Berührungspunkt zu LoL würde die Zugehörigkeit des neuen Songs nicht verborgen bleiben – insbesondere, da der Serienname noch im Spotify-Titel des Liedes auftaucht.

Wirklich spektakulär wurde die Marketing-Strategie zu Arcane vor allem in den finalen Wochen vor Release. Wer zuvor den Eindruck hatte, dem Arcane-Hashtag und Fanart-Posts über die Serie nicht entgehen zu können, sollte in Riot Games' Pre-Release Countdown wirklich seinen Meister finden. Ein weltbekanntes Monument in der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate war beispielsweise Schauplatz eines besonders pompösen Vermarktungs-Events.



Gipfeln sollte das Arcane-Marketing schließlich im bedeutendsten LoL-Match des Jahres. Mit rund 4 Millionen Viewern (ohne China) in der Spitze rundete das Finale der World Championship nicht nur das kompetitive LoL-Jahr ab, sondern auch den Endspurt vor Release des neuen Anime.

Auch hier durfte also die Präsenz von Arcane nicht fehlen, diesmal in Form der traditionellen Finals-Preshow, die vollständig im Arcane-Setting von Zaun und Piltover stattfand und erneut den Serien-Soundtrack mit Integration der Musiker zeigte.



Als letztes Puzzleteil vor dem Release von Akt 1 wenige Stunden später fand darüber hinaus der finale Showdown seitens Riot Games selbst statt: eine Art Red-Carpet-Event, bei dem neben den tatsächlichen Synchronsprecher:innen der Charaktere auch berühmte Persönlichkeiten wie Linkin-Park-Star Mike Shinoda zu Gast waren.

Mit dem darauffolgenden Co-Streaming der ersten Arcane-Folge und dem Start zahlreicher Spiele-Events in League of Legends, VALORANT, Teamfight Tactics und Co. endete die Meisterklasse in Marketing seitens Riot Games.

Eine gefühlvolle Story für jedermann



Ohne zu viel verraten zu wollen, lassen sich zentrale Handlungselemente von Arcane trotzdem recht leicht zusammenfassen: Es geht in erster Linie um Geschwisterliebe, Familienzugehörigkeit, soziale Ungerechtigkeit und ein politisches Machtgefälle. Die gesamte Geschichte um die Rivalität der Stadtteile Piltover und Zaun bietet zunächst leichte Angriffsfläche bei der Suche nach einem Schuldigen für die dargestellten Missstände.

Wie in jedem guten Plot zeigt sich im Verlauf der Serie, dass es natürlich nicht so simpel sein kann – zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Zuschauenden allerdings schon ihre Seite gewählt und sind in ihrer Geschichte emotional involviert. Die schillernden Persönlichkeiten der Charaktere bieten hierbei mehr als genug Raum für Sympathien und Abneigungen, auf Grundlage derer argumentiert werden kann.

Serien-Produzent Alex "Skribbles" Yee fasste diese Vielschichtigkeit von Arcanes Story passend im "Dev Diary" zusammen. "Es gibt gute und schlechte Aspekte auf beiden Seiten", erklärte er im Video. "Keiner sollte als ultimativer Schurke dastehen. Jeder [Charakter] soll das Gefühl vermitteln, dass seine Schwierigkeiten komplex sind und keine einfachen Antworten oder Lösungswege bereitliegen."



Obwohl für die emotionale Verbindung mit der Serie absolut nicht erforderlich, ist LoL-Wissen ein besonderer Bonus beim Schauen von Arcane. Die LoL-Community muss im Anime nicht durch den teils anstrengenden Kennenlernprozess mit neuen Charakteren gehen. Jinx, Vi, Jayce, Viktor etc. sind für Fans eher bekannte Gesichter, denen nun einfach mehr Leben eingehaucht wird. Auch das steigert natürlich das Interesse an der Show an sich.

Animation und Inszenierung



Zu guter Letzt darf eine jahrelang vorbereitete und vermarketete Produktion natürlich nicht qualitativ enttäuschen. Riot Games vertraute in dieser Hinsicht Fortiche Productions, einem etablierten französischen Animationsstudio mit Sitz in Paris.

Dieses arbeitete bereits in der Vergangenheit mit Riot Games zusammen und kümmerte sich unter anderem um erfolgreiche Projekte wie das Video zu Get Jinxed, Ekko Seconds, dem Worlds-Song RISE oder POP/STARS von K/DA. Am Rande erwähnt findet sich das Studio auch als Verantwortlicher für einige Videos von beispielsweise Gorillaz.

Während Fortiche Productions' Animation selbst ein Hingucker ist, fehlt es Arcane ebenso wenig an eindrucksvoller Promo-Art. (Bildquelle: Riot Games)


Die aus Arcane resultierenden künstlerischen Ströme an Fanart auf zahlreichen Social-Media-Kanälen zeigen immerhin, dass der gewählte Animationsstil bei der Masse ausgezeichnet ankommt. Mit einer Mischung aus klassischem 2D-Comic in dreidimensionaler Animation band Fortiche eine sehenswerte Dynamik in die gesamte Serie mit ein, die insbesondere in Kampfszenen beeindruckend ist.

Charakter-Portraits der Protagonisten fangen die Vielfalt der animierten Gesichter ein. (Bildquelle: Riot Games)


Trotz comic-haftem und daher recht minimalistischem Gesichter-Design geht in Arcane außerdem kaum etwas an Mimik und nonverbaler Sprache verloren. Der Animations- und Zeichenstil an sich könnte vermutlich eine vollständige Analyse füllen, uns reicht es an dieser Stelle jedoch zu sagen, dass er in seiner Eigentümlichkeit mehr als gelungen scheint.

Ein dreifaltiger Erfolg



Nach mehrjährigem, intensivem Marketing konnte Riot Games also sowohl alteingesessene LoL-Fans als auch Neulinge zum Spiel für seine kommende Serie begeistern. Mit einer gut nachzuvollziehbaren und emotionalen Geschichte bringt Arcane außerdem eine Vielfalt von Story-Elementen an den Tisch, in denen sich so gut wie jede zuschauende Person irgendwo wiederfinden kann.

Das bereits vertraute Studio an der Seite des Spieleentwicklers verlieh dem Anime außerdem genau das qualitativ hochwertige und doch eigentümliche Aussehen, was seinen besonderen Wiedererkennungswert ausmacht. Der riesige Erfolg von Arcane ist alles in allem also eine extrem gut durchdachte Produktion und Promotion gewesen, von der am Schluss natürlich Riot Games, aber auch die begeisterten Fans enorm profitieren.

Habt ihr Arcane gesehen oder den Entstehungsprozess der Show verfolgt? Was sagt ihr zu Riot Games' neuer LoL-Serie?

Teaserbild: Riot Games

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