Geposted von Funk1ll3r,
Ende Dezember setzte der Kroate nach und erklärte, das neue LCS-Lock-In-Turnier mit seinem Team gewinnen zu wollen, ohne dabei auch nur ein einziges Mal zu sterben. Nach lediglich acht Minuten und seinem ersten Death im Debüt-Spiel gegen die Evil Geniuses stand fest, dass ihm dies nicht gelingen würde.
okay I've decided
— Luka (@C9Perkz) December 29, 2020
I'm gonna go whole LCS opening tournament without dying
Einen Wettbewerb mit 12 bis 17 Spielen zu gewinnen und dabei als Spieler kein einziges Mal vom Gegner eliminiert zu werden, wäre ein historischer Erfolg, weswegen ernsthafte Kritik für diese Aussage nicht wirklich angebracht ist. Anders sieht es allerdings bei Perkz' Auftritten insgesamt aus.
Statistiken sprechen gegen Perkz
Perkz vermittelte dem Zuschauer zu fast keinem Zeitpunkt im Turnier den Eindruck, dass da gerade ein achtmaliger LEC-Sieger und damit der erfolgreichste europäische Profi spielte. Stattdessen wirkte es so, als hätte sich der 22-Jährige bereits an das durchschnittliche Niveau der Region angepasst. Von der groß angekündigten Dominanz war kaum etwas zu sehen.
Viele Statistiken unterstreichen die These, dass Perkz kein gutes Turnier spielte: Er hatte von allen Spielern mit Abstand die meisten Tode (46). Mit 1,04 Schaden pro Gold findet er sich in dieser Kategorie im Mittelfeld wieder, obwohl er mit Galio nur in zwei der 17 Partien einen Champion steuerte, bei dem pauschal gesagt werden kann, dass dieser nicht viel Schaden verursacht.
Perkz gelangen zwar im gesamten LCS Lock In vier Solokills, dafür verlor er aber auch von allen Profis am häufigsten sein Leben (13 Mal), wenn kein Verbündeter in unmittelbarer Nähe war. 10 dieser 13 isolierten Tode fanden jeweils in der ersten Viertelstunde eines Spiels statt.
Zu viele individuelle Fehler für einen Superstar
Natürlich zeichnen Statistiken in League of Legends nicht das Gesamtbild und Spieler sind vor allem in der Profiszene nicht für jeden eigenen Death (haupt)verantwortlich. Neben Perkz nahm Cloud9 mit Ibrahim 'Fudge' Allami als neuem Top-Laner in der Off-Season eine weitere Änderung vor, weswegen Uneinigkeiten innerhalb des Teams, die sich spürbar auf die Leistung auswirken, nachvollziehbar wären.
Gleichzeitig machte Perkz aber auch unerwartet viele Fehler, die nichts damit zu tun haben, wie gut das neue Roster von Cloud9 eingespielt ist. Ein Beispiel dafür ist das zweite Spiel im Finale gegen Team Liquid, als er sich gegen Blitzcrank leichtsinnig mit wenig Sicht in Richtung Baron-Pit bewegte, eliminiert wurde und C9 quasi das Game kostete.
Wie viel der Kroate als Anführer und Motivator innerhalb des Teams beigetragen hat, kann für Außenstehende kaum abgeschätzt werden. Wäre Cloud9 mit einem anderen Mid-Laner, der individuell vielleicht so wie Perkz performt, sich aus der Kommunikation während des Spiels aber weitestgehend rausgehalten hätte, bereits im Viertelfinale an TSM gescheitert? Schwer zu sagen.
Einen Profi in League of Legends rein auf das Steuern seines Champions zu reduzieren, wäre ein Fehler. Von einem Superstar dieses Kalibers, der Cloud9 insgesamt eine stattliche Summe im siebenstelligen US-Dollar-Bereich kostet, sollte allerdings auch in seinen ersten Auftritten mehr zu erwarten sein dürfen, weswegen die individuellen Leistungen von Perkz im LCS Lock In eine große Enttäuschung sind.
Die Kunst der Steigerung: Der Anfang eines langen Jahres
Das neue Turnier im LCS-Kalender darf jedoch nicht überbewertet werden, denn es war lediglich der kurze Anfang eines ansonsten sehr langen Jahres. Der wichtigste Teil der Saison sind die letzten Monate, nämlich die Playoffs des Summer Splits sowie - im Fall einer erfolgreichen Qualifikation - die World Championship.
Zudem war Cloud9 bei aller Kritik auch nur ein Spiel davon entfernt, den Titel und das Gesamtpreisgeld in Höhe von 150.000 US-Dollar zu holen. Bereits zum Start des Spring Splits am kommenden Wochenende hat das Team und vor allem Perkz individuell die Chance, sich besser zu präsentieren.
We couldn’t get away with it twice !
— Luka (@C9Perkz) February 1, 2021
GG to Tl we gave it our best ! Learned a lot this tournament about what we have to improve on
Can’t wait for LCS 😌😉
Zu was der Mid-Laner in der Lage ist, hat er bei G2 Esports immer wieder eindrucksvoll bewiesen. Während der entscheidenden Phase im Spätsommer bzw. Herbst könnte die Situation gänzlich anders aussehen und der 22-Jährige als zweimaliger LCS-Champion die Konkurrenz dominieren, wie er es im November angekündigt hat. Bis Perkz dies allerdings gelingt, hat er noch einen weiten Weg vor sich.
Wie denkt Ihr über die Leistung von Perkz im LCS-Lock-In-Turnier? Hat Euch der Kroate bei seinen ersten Auftritten für Cloud9 enttäuscht?
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Bildquelle: Cloud9
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