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Das Ende der LEC-Imports? Europas neue Talent-Philosophie

Geposted von Maxellent,
Nur noch drei Import-Spieler sind nach aktuellem Stand in Europas LEC vertreten. Die Teams setzen mittlerweile auf Talentförderung auf dem eigenen Kontinent und helfen damit sich und der Region.
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Nach den Abgängen von Dae-han 'Expect' Ki, Young-min 'Mickey' Son und Yeong-hoon 'Bvoy' Ju befinden sich momentan lediglich drei Nicht-Europäer in Europas höchster League-of-Legends-Spielklasse. Sollte es so bleiben, wäre das der niedrigste Wert, seit 2015 die ersten Imports nach Europa kamen.

SK Gamings Jungler Kim 'Trick' Gang-yun, Origen-Supporter Mitchell 'Destiny' Shaw und der Schalker Min-kook 'Dreams' Han verbleiben als letzte Imports. Der Trend, weniger Profis zu importieren, hat sich über die vergangenen Splits hinweg gefestigt. Der Grund dafür ist der reichhaltige Talentpool auf unserem Kontinent.

Historie der LEC-Imports



In der früheren EU LCS waren Imports einst selbstverständliche Bestandteile vieler Lineups. Ähnlich, wie es heute beispielsweise noch in Nordamerikas LCS gehandhabt wird, wurden Profis vor allem aus Südkorea in die Region geholt, um die Teams zu verstärken.

Spieler wie Trick, Seung-Hoon 'Huni' Heo, Bae-in 'Wadid' Kim, Dong-Guen 'IgNar' Lee und Ryu 'Ryu' Sang-ook machten sich über die Jahre einen Namen in Europa. Mit der Zeit wurden Nicht-Europäer in der Liga aber immer seltener. Die Historie der LEC-Imports haben wir für euch im Überblick:


Die großen Erfolge für Import-Roster liegen dementsprechend auch eine Weile zurück. Im Spring Split 2018 stand mit Bae-in 'Wadid' Kim zuletzt ein Nicht-Europäer im Finale der LEC (damals noch EU LCS) und im Summer Split 2017 waren Trick und Expect bis heute die letzten Import-Spieler, die den Titel holen konnten.

Gerade der ehemalige Jungler von G2 Esports war mit dem Team sehr erfolgreich. Neben vier Titeln schnappte er sich auch zwei MVP-Auszeichnungen. Unvergessen ist auch das ehemalige Fnatic-Duo um Huni und Yeu-jin 'Reignover' Kim, mit dessen Hilfe Fnatic im Sommer 2015 sensationell ungeschlagen durch die Regular Season der EU LCS und anschließend bis ins Worlds-Halbfinale stürmte.

Das Duo um Huni (r.) und Reignover begeisterte Fnatic-Fans im Jahr 2015


Das Kunststück, es bei den Worlds unter die besten Vier zu schaffen, gelang auch Ryu (2016 mit H2K) und Wadid (2018 mit G2 Esports). Die größten internationalen Erfolge der LEC, nämlich zwei Worlds-Finalteilnahmen und ein Sieg beim MSI 2019, konnten Fnatic und G2 allerdings ohne jegliche Imports erreichen.

Anders als in der LCS und der LPL blieb in Europa kein Spieler von außerhalb lange genug aktiv, um seinen Import-Status in eine EU-Residency umzuwandeln. Große nicht-europäische Namen gab es zwar, doch die insgesamt erfolgreichsten Spieler der Region kommen aus Europa.

Regionale Ligen als große Talentschmiede



Heutzutage sehen die meisten europäischen Teams keinen besonderen Nutzen mehr darin, Spieler aus anderen Regionen zu verpflichten. Die European Regional Leagues (ERLs) sind mittlerweile stark genug, um junge Akteure zu fördern.

Spätestens bei den European Masters können sich zweimal im Jahr die größten Talente außerhalb der LEC zeigen. Wer innerhalb Europas gut scoutet, bekommt talentierte, hungrige und bezahlbare Spieler, die auf LEC-Niveau locker mithalten können und sich nicht erst in einer fremden Kultur einleben müssen.

Rookies als Waffe: Nemesis und Selfmade mischten von ihrem ersten LEC-Split an die Liga auf


Gute Beispiele für Top-Talente, die sich in der jüngeren Vergangenheit in der Spitzenliga etabliert haben, sind Oskar 'Selfmade' Boderek, Tim 'Nemesis' Lipovšek, Norman 'Kaiser' Kaiser, Iván 'Razork' Martín Díaz und Marek 'Humanoid' Brázda.

Im Spring Split 2020 gingen in der LEC insgesamt zehn Rookies an den Start, vier weitere Spieler hatten zuvor noch keinen kompletten Split auf höchstem Niveau absolviert. Mit Felix 'Kryze' Hellström, Labros 'Labrov' Papoutsakis und Cantoursna 'Nji' An haben Excel Esports und Team Vitality bereits die nächsten ERL-Rookies für den Summer Split verpflichtet.



Gerade weil es genügend Talente und eine gute Infrastruktur in Europa gibt, ist die LEC längst nicht mehr auf Imports angewiesen. Man verfolgt allmählich die Philosophie, die Südkorea bereits seit Jahren fährt, hat dabei aber, bedingt durch die bei weitem höhere Bevölkerungs- und Spielerzahl, einen deutlich größeren Talentpool als das asiatische Esport-Land.

Talentförderung ist unabdingbar, wenn Europas Teams international mithalten wollen, denn vor allem die LPL hat diesen Ansatz bereits verinnerlicht und scheint Jahr für Jahr stärker zu werden. Gleichzeitig können sich talentierte europäische LoL-Spieler schneller einen Platz als Profi erarbeiten und gefördert werden, auch durch die Academy-Teams der LEC-Organisationen.

Einzelne Imports könnten beispielsweise aufgrund ihrer Erfahrung immer noch einen Platz in der LEC finden, doch der Trend geht klar in Richtung europäische Talente. Die Teams haben längst keine Angst mehr davor, vielversprechende Rookies auf höchstem Niveau einzusetzen und die ERLs sind stärker denn je. Sollte sich der Trend fortsetzen, ist nachhaltiger Erfolg für Europa fast schon garantiert.

Bildquelle: Riot Games - Michal Konkol

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