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Ein Jahr nach Sexismus-Skandal: Riot zieht Bilanz

Geposted von Maxellent,
Ein Jahr nachdem die unternehmensinternen Missstände und Sexismus-Vorfälle bei Riot Games von Kotaku aufgedeckt wurden, zieht Chief Diversity Officer Angela Roseboro eine Bilanz und reflektiert ausführlich die in dieser Zeit vorgenommenen Änderungen an der Unternehmenskultur.
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Am 7. August 2018 erschien bei Kotaku ein umfangreicher und auf Aussagen von (ehemaligen) Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen basierender Bericht über Riot Games und dessen Unternehmenskultur, genauer gesagt über die Probleme, die sich diesbezüglich im Arbeitsalltag ergaben. In dem Bericht ist von einer "Bro Culture", also einem geradezu frauenfeindlichen Arbeitsumfeld die Rede.

Neue Mitarbeiter sollten Wandel einleiten



Angela Roseboro stieß etwa sechs Monate nach der Veröffentlichung des Berichts als Chief Diversity Officer (CDO) zu Riot Games. Nun schildert die Riot-Mitarbeiterin öffentlich die Änderungen und Maßnahmen, die seitdem durchgeführt wurden.

Zu Beginn ihrer Aufgabe bei Riot Games habe Roseboro zunächst mit den Angestellten gesprochen: "Es war klar, dass die vorherigen sechs Monate ihre Spuren hinterlassen hatten. Rioter waren verletzt, Konversationen waren manchmal entzweiend und die Spannungen waren hoch. Aber selbst mitten in all dem haben die Rioter niemals ihre Liebe für dieses Unternehmen verloren und sie wollten, dass wir uns verbessern."



Zunächst beschreibt Roseboro die personellen Änderungen, die als Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsumfeldes durchgeführt wurden. Man habe einen Experten für Diversity and Inclusion (D&I) in beratender Funktion hinzugezogen, ein Kommittee, das sich nur mit diesem Thema befasst, gegründet und die Führungsebene ausgebaut. Im Zuge dessen wurde mit Emily Winkle auch ein Chief People Officer (CPO) eingestellt. Mittlerweile seien 28 Prozent des Führungsteams weiblich und 45 Prozent Minderheiten.

Roseboro berichtet auch, dass mittlerweile viele wichtige interne Projekte von Frauen geleitet werden. Die CPO und CDO wären außerdem in allen Bewerbungsgesprächen mit potenziellen neuen Führungskräften dabei.

Externe Partnerschaften und Förderung von Initativen



Auch externe Partnerschaften seien im vergangenen halben Jahr entstanden. Mit der Initiative Girls Who Code arbeitet Riot Games zwar bereits seit 2017 zusammen, doch im Sommer 2019 bot das Unternehmen erstmals auch selbst ein Projekt an, bei dem eine Gruppe Mädchen im Riot-Hauptquartier mehr über Computerwissenschaften lernen konnte.



Außerdem ist Riot der Reboot Representation Coalition beigetreten, die darauf hinarbeitet, mehr farbige Frauen in den USA zum Absolvieren von computerwissenschaftlichen Studiengängen zu bringen. Die Zusammenarbeit mit der Hampton University und der Initiative Anita Borg soll derweil dafür sorgen, dass mehr Frauen beispielsweise über Praktika ihren Weg zu Riot Games finden.

Neue Verhaltensregeln, Werte und Schulungen



Weiterhin habe Riot Games die internen Prozesse und die eigene Kultur überarbeitet, um den eigenen Ansprüchen gerecht werden zu können. Im Rahmen dessen seien zum Beispiel der Einstellungsprozess verändert, die Fairness und Gleichheit der Bezahlung überprüft, der Verhaltenskodex überarbeitet und neue Werte festgelegt worden.

"2.500 Rioter haben über 12.000 Stunden Training absolviert, um ein Bewusstsein, Kompetenz und Eigenverantwortung zu entwickeln und einen sicheren und inklusiven Arbeitsplatz zu fördern", berichtet Roseboro. Man habe 30-, 60- und 90-Tage-Ziele aufgestellt und diese auch erreicht.

Die laut Roseboro umgesetzten Ziele (Quelle: Riot Games)

Für die nahe Zukunft formuliert Roseboro im Bericht noch einige weitere Ziele, darunter die Kreation und Implementierung von Strategien zur Erhöhung der Repräsentation von Frauen und unterrepräsentierten Minderheiten sowie die Förderung von Verhaltensänderungen am Arbeitsplatz, um diesen zu verbessern.

"Ich weiß, dass hinterfragt werden wird, ob wir uns wirklich verändert haben", leitet Roseboro den Schlussteil ihrer Ausführungen ein. Sie versichert aber gleichzeitig: "Wir werden weiter zuhören, uns weiter vorwärts bewegen und wir werden weiter danach streben, ein Unternehmen zu sein, auf das momentane und zukünftige Mitarbeiter stolz sein können."

Riot Games war von insgesamt fünf (ehemaligen) Mitarbeitern wegen des Umgangs mit diesen verklagt worden. Im Mai 2019 hielten außerdem insgesamt 150 Riot-Mitarbeiter eine Protestaktion gegen den Umgang des Unternehmens mit diesen Anschuldigungen ab.



Foto: Riot Games

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