WERBUNG:

Der Pick, der SKT bezwang: G2s Top-Lane-Pyke erklärt

Geposted von Maxellent,
G2 Esports packte im Gruppenphasen-Rückspiel gegen LCK-Champion und Rekordweltmeister SK Telecom T1 beim Mid-Season Invitational 2019 einen ganz besonderen Cheese-Pick aus. Wir erklären, warum der Top-Lane-Pyke funktioniert hat, welche Vor- und Nachteile er mit sich bringt und ob er in der Solo-Queue spielbar ist.
WERBUNG:
G2 Esports ist für kreative Drafts bekannt, mit denen die Europäer ihre Gegner überraschen. SK Telecom T1 wurde am Sonntag selbst zum Opfer eines Cheese-Drafts des LEC-Champions, der vom Deutschen Fabian 'GrabbZ' Lohmann gecoacht wird. Mit einem Pyke-Pick für Top-Laner Martin 'Wunder' Hansen überraschte G2 Esports - und hatte auch noch Erfolg. Doch wie funktioniert der Pick eigentlich?



Ein Supporter auf der Top-Lane: Wie kann das gut gehen?



Normalerweise wird Pyke als Supporter auf die Bot-Lane geschickt. Der Champion ist im Vergleich zu anderen Supportern allerdings ziemlich speziell: Pyke kann dank seiner passiven Fähigkeit kein Bonus-Leben durch Items oder Runen erhalten und ist, vor allem wegen seiner Ultimate, eher eine Art unterstützender Assassin als ein klassischer Supporter. Diese Rolle hat sich G2 Esports gegen SK Telecom T1 auf der Top-Lane zunutze gemacht.



Pick-Potenzial und extrem nützliche Ultimate



Pyke im Team zu haben, bringt grundsätzlich einige Vorteile mit sich. G2 Esports setzte Wunders speziellen Pick als Teil einer Pick-Komposition ein, in der er aufblühen konnte. Der Gedanke dahinter: Mit Pyke, Jarvan, LeBlanc, Varus und Tahm Kench hatte G2 Esports fünf Champions, die ein einzelnes Ziel mit ihren Fähigkeiten durch jede Menge CC und Schaden einfach aus dem Spiel nehmen können. Pyke kann das besonders gut, immerhin hat der Schlitzer vom Bluthafen einen Hook, einen Stun und seine Ultimate, mit der er die Gegner am Ende executen kann.

Gegen dieses Pick-Potenzial der G2-Komposition hatte es SKT nicht leicht. Facechecks ohne Vision wurden viel zu riskant. Wer sich doch ins Dunkel wagte, wurde dafür sofort bestraft, im folgenden Clip trifft es Dong-ha 'Khan' Kim.



Doch das Beste an Wunders Pyke-Pick war die Ultimate, die Team-Fights teilweise alleine entschied. Die Möglichkeit, im Team-Fight mehrere Gegner mit relativ wenig Leben sofort zu töten und somit unschädlich zu machen, ist unfassbar wertvoll. Zudem erhalten seine Teamkollegen das Gold für die Kills mit der Ultimate, weswegen es sich doppelt lohnt, Pyke die Todesstöße zu überlassen.

Natürlich hätte man diese Möglichkeit auch mit Pyke als Support, doch der Execute-Schaden skaliert mit AD, Lethality und Leveln und ist bei einem Top-Lane-Pyke, der in der Regel mehr Gold und Erfahrung als ein Supporter generiert, somit noch einmal viel höher. Am folgenden Clip sieht man wunderbar, wie nützlich die Pyke-Ultimate unter dieser Voraussetzung schon früh im Spiel sein kann.



Long-Range-Engage und gutes Gank-Setup



Zudem bietet Pyke die Möglichkeit für Long-Range-Engages. Der Assassine kann sich mit seinem W unsichtbar machen und wird dabei sehr schnell, weshalb er sich dem Gegner selbst aus größerer Distanz schnell nähern und mit seinem E, seinem Q und/oder der Ultimate zuschlagen kann.

Diesen Aspekt betonte G2 Esports mit der eigenen Team-Comp besonders, denn mit Jarvan IV., LeBlanc und Tahm Kench hatten die Europäer noch drei weitere Champions, die aus großen Distanzen engagen können, im eigenen Champion-Lineup. Häufig fühlten sich Spieler von SK Telecom T1 sicher, wenn kein Gegner zu sehen war. Doch G2 konnte blitzschnell weite Wege zurücklegen, um die Südkoreaner zu überraschen und aus dem Spiel zu nehmen.

So counterte das Team auch den Poke-Schaden von Jayce und Azir. Ein Paradebeispiel für die Stärke der Team-Comp zeigt G2 im nachfolgenden Clip, in dem der LEC-Champion durch einen Long-Range-Engage den Kampf um den Baron gewinnt. Mit Pyke konnten die Europäer ihre Gegner außerdem gut verfolgen.



Auf der Lane kann Pyke mit seinen beiden CC-Fähigkeiten, der Unsichtbarkeit und dem Execute außerdem seinen Jungler hervorragend unterstützen. Marcin 'Jankos' Jankowski konnte SKTs Top-Laner Khan mit Hilfe von Wunder gut ganken, wie der folgende Clip zeigt.



Viel Utility, doch wo ist der Haken?



Offensichtlich hat Pyke als Top-Lane-Pick aber einige Schwächen, denn sonst würden wohl deutlich mehr Top-Laner auf den Assassinen zurückgreifen. G2s Idee hat im Rückspiel gegen SKT gut funktioniert, weil die Südkoreaner nicht darauf vorbereitet waren, diese Schwächen auszunutzen. Zum Cheese-Pick taugt er also, aber warum nicht zu mehr?

Jungler-Abhängigkeit auf der Lane



Obwohl Pyke auf der Lane dank seiner passiven Fähigkeit, die ihm jede Menge Sustain gibt, auch gegen Poke-lastige Gegner wie Jayce gut durchalten kann, ist er im Early-Game anfällig.

Im Interview nach dem Match erklärte Wunder: "Es war zu Beginn sehr schwer. Ich dachte, alles wäre in Ordnung, aber dann wurde ich von Elise und Jayce gedivet." Das fasst eines von Pykes Problemen gut zusammen, als Solo-Laner bekommt er Probleme, sobald sein Gegner den All-In sucht.

Pyke ist durch seine Passive und sein meist sehr auf AD und Lethality fokussiertes Build in der Regel sehr squishy und kann so leicht bei einem Dive umkommen oder im schlimmsten Fall sogar per Solo-Kill erledigt werden. Das hat SKT zu Beginn des Games direkt bewiesen, wodurch es zunächst wirklich schlecht für Wunder aussah.



Zwar kann Pyke im Gegenzug selbst für ein sehr gutes Gank-Setup sorgen, doch sollte der Jungler seine Lane nicht besuchen, kann es für ihn auf der oberen Lane wirklich unangenehm werden. In der Solo-Queue hat man unter Umständen also ein Problem, wenn man nicht gerade mit einem Premade-Jungler spielt.



Genauigkeit und Übersicht im Team-Fight erforderlich



Es braucht zudem sehr viel mechanischen Skill und im Idealfall eine passende Team-Comp, damit sich der Pyke-Pick gut entfalten kann. Das gilt auch für den Support-Pyke, doch als Top-Laner erhält man im Normalfall deutlich mehr Ressourcen und so ist es für das Team ein größeres Problem, wenn der Top-Laner mit dem Schlitzer vom Bluthafen Fehler macht oder nicht ins Spiel kommt.

"Du willst jemanden haben, der CC austeilen kann, damit du die Ultimate sicher triffst und den Gegner so aus dem Spiel nehmen kannst, bevor der Kampf richtig startet. Ansonsten wäre man einfach nie wirklich nützlich", erklärte G2s dänischer Top-Laner im Interview.

Es ist also essenziell, die Ultimate zu landen und den Execute auszunutzen. Koordinierter Fokus und CC ist dafür nötig, in der Solo-Queue ist das nicht immer einfach. G2 konnte mit den vielen CC-Fähigkeiten im eigenen Team dafür sorgen, dass Wunder seine Ziele trifft. Der Top-Laner ist mechanisch allerdings sehr gut, sodass er dies zum Teil auch allein hinbekam.



Wenn Pyke seine Ultimate im Team-Fight verfehlt oder keinen Gegner damit tötet, ist die Fähigkeit im Cooldown und die Chance verpasst. Zudem muss Pyke stark auf sein Positioning achten, denn er ist nach wie vor sehr squishy und kann schnell per Burst-Damage erledigt werden.

Wunder hat vorgemacht, wie man Pyke im Team-Fight richtig einsetzt. Wenn der Däne zu viel Leben verlor, zog er sich mit seiner W-Fähigkeit zurück und regenerierte über seine Passive genug Leben, um sich wieder in den Kampf stürzen zu können.

Wenn der Gegner zu viel Burst-Damage hat und Pyke schlecht positioniert ist oder im gegnerischen Fokus steht, kann er im schlimmsten Fall einfach blitzschnell sein Leben verlieren und hat so keinen großen Nutzen für sein Team. Es braucht viel Übung, bis man diese Situationen annähernd so gut spielen kann wie Wunder.



Genialer Cheese-Pick, kaum geeignet für die Solo-Queue



Wie G2 Esports den Top-Lane-Pyke gegen SK Telecom T1 einsetzte, war beeindruckend. G2 konnte die Stärken des Picks mit seiner Team-Comp und Wunders Fähigkeiten perfekt ausspielen und erwischte SKT auf dem falschen Fuß. Der Cheese-Pick ist aufgegangen, doch das macht ihn noch lange nicht zu einem starken Top-Lane-Pick.

Zu viele Voraussetzungen müssen stimmen, damit Pyke Erfolg haben kann. Für die Profis ist er wenn überhaupt nur in den seltensten Fällen eine Option, im Ranked ist Pyke Top-Lane daher nicht zu empfehlen. Zu groß ist das Risiko, am Ende nutzlos zu sein und zu stark sind andere Top-Laner, die man als Meta-Champions bezeichnen kann. Wer die Stärken des Assassinen für sich nutzen will, sollte ihn daher lieber auf der Support-Position spielen.



Für die Idee muss man G2 Esports aber loben: Wunders Pyke war in dem Spiel ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Europäer und zwingt zukünftige Gegner des LEC-Champions dazu, sich auf diesen Flex-Pick vorzubereiten.

Foto: Riot Games



Mehr Infos und Artikel rund um das Mid-Season Invitational findet ihr in unserer Coverage!




Ihr wollt keine Neuigkeiten zu League of Legends verpassen? Folgt uns auf Facebook und Twitter oder joint dem offiziellen Summoner's Inn Discord-Server!

  • Maxellent

    Maxellent

    Max E.
    Staff
    • Ort:
      Twitter: @MaxellentME, de
    • Kontakt:

Kommentare

WERBUNG:
WERBUNG: