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Perkz wird Bot-Laner - Masterplan oder Schnapsidee?

posted by Maxellent,
G2 Esports hat den Anspruch, das beste Team Europas zu sein. Um dieses Ziel in 2019 zu erreichen, geht die Organisation ein Risiko ein: Star-Mid-Laner Luka 'Perkz' Perković wechselt auf die Bot-Lane. Das ganze könnte ein genialer Schachzug sein - oder nach hinten losgehen.
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Die Verpflichtung von Rasmus 'Caps' Winther ist aus Sicht von G2 ein toller Coup gewesen: Man bekommt den wohl besten Mid-Laner Europas und schnappt Konkurrent Fnatic einen absoluten Star-Spieler weg.



Das Problem: G2 hat bereits einen anderen sehr starken Mid-Laner unter Vertrag. Perkz ist aber überzeugt davon, dass er auch als AD-Carry erfolgreich sein kann. Sollte der Kroate recht behalten, könnte G2 im LEC Spring Split 2019 wieder ernsthaft um den Titel mitspielen.



Risiko Rollenwechsel: Kann man eine neue Position schnell erlernen?



Dass Perkz in letzter Zeit sehr viele AD-Carry-Games im Ranked absolviert hat, ist kein Geheimnis. Es ist für ihn aber auch absolut notwendig, schnellstmöglich jede Menge Training auf hohem Niveau zu bekommen, um die Rolle LEC-tauglich zu verinnerlichen.

Unser Caster, Analyst und AD-Carry-Experte Sola sagt zu dem Thema: "Was Rollenwechsel angeht, finde ich die prinzipiell eher heikel, da man tausende von Spielen an Lane-Erfahrung und kleinen Kniffen verliert, die ganz oben definitiv einen Unterschied machen können. Es kann natürlich funktionieren, stellt aber meiner Meinung nach trotzdem immer ein Risiko dar."

Auch Mid-Lane-Versteher EisOhneWaffel erklärt: "Es dauert lange, alles auf jeder Position zu verinnerlichen."



In der Vergangenheit gab es Profis, die ihre Position wechselten und damit recht schnell Erfolg hatten. Beispiele dafür sind Zaqueri 'aphromoo' Black, Yong-in 'CoreJJ' Jo und Bora 'YellOwStaR' Kim. Die drei Genannten wechselten allerdings nicht die Lane, sondern nur von AD-Carry auf Support.

Schauen wir uns also weitere Beispiele an: Chan-yong 'Ambition' Kang galt als einer der besten Mid-Laner der Welt, ehe er in den Jungle wechselte. Die Position lag ihm anfangs nicht besonders gut, doch er verinnerlichte sie mit der Zeit und wurde zu einem sehr guten Jungler, der letztendlich die World Championship gewann.



Auch Ambitions Landsmann Dong-bin 'Score' Go legte einen Rollenwechsel hin. Vor seiner Zeit als Jungler war dieser nämlich AD-Carry. Mittlerweile zählt Score zu den besten Junglern Südkoreas.

Ein Beispiel aus Europa wäre Mateusz 'Kikis' Szkudlarek, der mehrfach zwischen Top-Lane und Jungle wechselte und auf keiner der beiden Positionen schlecht spielte. In der Vergangenheit gab es also einige Spieler, die ihre neue Rolle gut verinnerlicht haben, wenn auch mit etwas Anlaufzeit. Perkz ist das also auch zuzutrauen, womöglich wird das Experiment aber nicht auf Anhieb Erfolg haben.

Warum der Vergleich mit xPeke hinkt



"Was ist denn mit xPeke?", könnte der eine oder andere nun fragen. Denn auch Enrique 'xPeke' Cedeño Martínez versuchte sich als AD-Carry bei Origen - und machte dabei keine gute Figur. Auch als Supporter war der Spanier nicht erfolgreich.

Doch so einfach und vor allem passend ist der Vergleich nicht. Origens Besitzer musste jeweils notdürftig einspringen und konnte sich im Grunde kaum darauf vorbereiten. Auch war der Spanier, der einmal als der beste Mid-Laner Europas galt, zum Zeitpunkt seines Wechsels auf die AD-Carry-Position schon über seinen Zenit hinaus und hatte seine aktive Karriere eigentlich abgehakt.



Zudem hatte xPeke zeitgleich noch mit dem Management seiner kriselnden Organisation zu tun. Perkz dagegen kann sich voll auf seine neue Aufgabe konzentrieren, ist momentan in Top-Form und weiß von der Entscheidung, an der er vermutlich selbst beteiligt war, wohl schon seit einigen Wochen.

Natürlich könnte auch Perkz seinen Wechsel auf die Bot-Lane bereuen, doch seine Voraussetzungen sind bei Weitem besser als die von xPeke zum damaligen Zeitpunkt.

Vom Mid-Laner zum AD-Carry - Was ändert sich?



Am besten können die Unterschiede zwischen den beiden Rollen wohl unsere beiden Experten erklären. Sola weiß: "Als Mid-Laner hast du insofern andere Voraussetzungen, da du immer Zentrum des Spiels bist, meistens das höchste Level hast und Champions spielst, die den Verlauf des Games aktiver beeinflussen [...].

Als AD-Carry bist du da gerade im Early-Game deutlich beschnittener und abhängiger von Faktoren, die du nicht beeinflussen kannst. Als ADC startest du selten ein Play und wartest eher auf das richtige Setup vom Team."



Auch EisOhneWaffel ist der Meinung, dass man als AD-Carry deutlich mehr vom eigenen Team abhängig ist: " Als Mid-Laner ist man vor allem von Mechanics und Positioning abhängig. Als ADC musst du viel kiten und kannst kaum für dich selbst peelen, weshalb du oft auf andere angewiesen bist. Das Schwierigste für einen AD-Carry ist meiner Meinung nach, Vertrauen und Synergie zum Support aufzubauen. Mechanisch und movement-technisch bekommt das mit genug Zeit jeder Pro-Player hin."

Ein weiterer wichtiger Punkt von Eis ist, dass man als Profi die Grundlagen und die Matchups auf seiner Lane in- und auswendig kennen muss. "Das muss im 2v2 natürlich viel ausgeprägter sein als im 1v1", erklärt er.

Perkz muss sich also jede Menge Wissen aneignen, Erfahrung auf seiner neuen Position sammeln, lernen, sich in Fights und auf der Lane anders zu verhalten und Synergie mit seinem Supporter Mihael 'Mikyx' Mehle aufbauen. Der Erfolg des Rollenwechsels dürfte davon abhängen, wie schnell der Kroate all das hinbekommt.

Begünstigt durch den Meta-Wandel



Ein Punkt, der bis jetzt außer Acht gelassen wurde, ist der Wandel im Bot-Lane-Meta, der sich seit der Mid-Season 2018 ergeben hat. Plötzlich waren Bruiser und Magier Dauergäste auf der Bot-Lane, klassische Schützen wurden Mangelware. Vor allem die Crit-ADCs, die sehr auf das Late-Game fokussiert sind, verschwanden eine Zeit lang völlig von der Bot-Lane.

Das Meta hat sich zwar ein Stück weit zurückgewandelt, doch völlig ausgeschlossen sind innovative Bot-Lane-Picks definitiv nicht. Perkz spielte in seinen letzten Solo-Queue-Games zum Beispiel auch Aatrox und Zoe auf der Bot-Lane. Gut möglich, dass ihm sein Champion-Pool in der LEC zugute kommt.



"Da die Bot-Lane gerade sowieso im konstanten Wandel ist und sich wahrscheinlich bis zum LEC-Start noch einiges verändern wird, ist es wohl der beste Zeitpunkt zum Wechseln. Perkz als Spieler traue ich auch zu, sich an neue Umstände schnell zu gewöhnen, aber eine gewisse Skepsis bleibt da bei mir trotzdem", schätzt Sola die Erfolgsaussichten des Unterfangens ein.

Eis sieht das Ganze ein wenig optimistischer: "Es muss ja nicht unbedingt ein klassischer ADC bot sein. Die Meta-Änderungen vor dem nächsten Split werden darüber entscheiden, ob Perkz' volles Potenzial genutzt werden kann. Als Pro-Mid-Laner hat man aber so oder so genug Mechanics, das heißt, AD-Carry zu lernen wird für ihn deutlich weniger Zeit in Anspruch nehmen als beispielsweise ein Wechsel in den Jungle."



Unsere beiden Experten sehen in Perkz auf der Bot-Lane außerdem deutlich mehr Potenzial als in Petter 'Hjärnan' Freyschuss, womit sich die Veränderung bereits rechtfertigen lassen könnte.

G2 Esports hat mit der Umwandlung von Perkz zum AD-Carry also definitiv keine Schnapsidee entwickelt. Damit wirklich von einem Masterplan die Rede sein kann, muss er aber schnell zu den besten Bot-Lanern Europas aufschließen. Andernfalls werden Martin 'Rekkles' Larsson und Co. ihn gnadenlos für die Entscheidung bestrafen.

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