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Ex-Riotler über Sexismus: Veränderung muss in Führung beginnen

Geposted von Funk1ll3r,
Erst vor wenigen Wochen sprachen fast 30 ehemalige oder noch aktive Riot Games-Mitarbeiter in einem ausführlichen Bericht über ihre Erfahrungen mit Sexismus im Unternehmen. Nun veröffentlichte Barry Hawkins, ebenfalls ein früherer Angestellter des Entwicklers von League of Legends, seine eigene Geschichte - und wie sie ihn dazu brachte, Riot Games zu verlassen.
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"Die Häufigkeit und Intensität des unangebrachten Verhaltens am Arbeitsplatz ist nicht lange, nachdem ich [bei Riot] angefangen hatte, zu einem Problem geworden. Es gab zwei vorherrschende Verhaltensarten. Eine war die Nutzung von sexuellen Referenzen und Gesten von heterosexuellen Männern anderen heterosexuellen Männern gegenüber, die andere war die sexistische und unangebrachte Sprache über Frauen", schreibt er auf seiner Homepage.

Dabei nennt er Beispiele verschiedener Art und erklärt, dass er versucht hätte, entsprechende Formulierungen und Ausdrücke zu bekämpfen. Aus seiner Sicht sei die Aggression von Männern anderen Männern gegenüber ein Mechanismus gewesen, um Kontrolle zu behaupten. Führende Kräfte hätten dies gezeigt und andere Mitarbeiter es ihnen nachgemacht, "oftmals mit größerer Intensität im Vergleich zu dem, was sie gesehen hatten."

Einschneidender Vorfall ändert alles



Der große Wendepunkt in der Zeit von Barry Hawkins bei Riot Games sei Mitte 2013 gewesen. Bei einer Veranstaltung mit etwas über 150 Riotlern hätten die Co-Gründer Marc Merrill und Brandon Beck unter anderem Fragen beantwortet.

Brandon Beck hätte ein Beispiel über Hartnäckigkeit bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern mit den Worten "Nein heißt nicht unbedingt nein" abgeschlossen und damit das Thema Vergewaltigung als Analogie verwendet.

Dies sei sogar im Material für Rekrutierungen festgehalten worden, wodurch im Anschluss zwei weibliche Schützlinge von Barry Hawkins ihn besorgt darauf angesprochen hätten, ob dies tatsächlich ein Zitat des Co-Gründers gewesen sei. Dies hätte zu einer E-Mail des Ex-Riotlers an seine Vorgesetzten und einem Meeting mit ihnen geführt.



Die ursprüngliche E-Mail sei zu einer langen Kette mit Antworten verschiedener Personen aus der Führungsetage geworden, in der unter anderem geschrieben worden sein soll: "Hyperempfindliche Leute, die Absicht nicht verstehen, sind ein Problem, das wir bei Riot adressieren müssen."

Im nachfolgenden Meeting hätte er versucht, den beiden Co-Gründern klarzumachen, warum derartige Ausdrucksweisen und Formulierungen nicht in Ordnung seien. Dies wäre ihm aber nicht gelungen. Brandon Beck hätte unter anderem auch viel über "unsere Kultur und darum, einen Sinn für Humor zu haben", gesprochen, schreibt Barry Hawkins weiter. Das Meeting wäre aus seiner Sicht unzufriedenstellend verlaufen.

Der Ex-Riotler hätte zudem eine Einladung für ein weiteres Meeting am nächsten Tag erhalten. In diesem hätte Marc Merrill ihm mitgeteilt, dass die Führungsetage nicht davon überzeugt wäre, dass er "vollständig an Bord" gewesen ist. "Wenn es bedeutet, dass ich den gleichen Sinn für Humor haben musste, wie sie ihn hatten, dann war ich vielleicht nicht an Bord", erklärt er weiter.



Bericht öffnet alte Wunden



Abgesehen von diesen Meetings hätte es laut Hawkins nie wieder Konversationen zwischen ihm und einer anderen Person über den Vorfall gegeben.

"Ich hatte den starken Eindruck, dass der Vorfall etwas war, wovon wir nie wieder sprechen sollten. Die Dinge änderten sich aber deutlich und fingen an, ein wenig eigenartig zu werden. Ich erkannte, dass meine Zukunft bei Riot nun limitiert war und ich anfangen musste, nach etwas anderem zu schauen", so der frühere Angestellte des Unternehmens.

Im Februar 2014 verließ er Riot Games. Der Bericht auf Kotaku hätte beim Lesen "all den alten Schmerz und die Erinnerungen" zurückgebracht. Er selbst sei in diesem nicht als Quelle involviert gewesen.



"Ich hoffe, dass die Geschichten, die ans Licht gekommen sind, zu einer dauerhaften und erheblichen Veränderung bei Riot sorgen werden. [...] Es gibt viele gute Menschen dort und ich glaube, dass sie es in sich haben, diese Herausforderung zu meistern, aber es muss mit der Führungsetage beginnen", so Barry Hawkins weiter.

"Ich denke nicht, dass ein Großteil der Führung Sexismus und die schlechte Behandlung von Frauen billigt. Aber wenn sie damit konfrontiert werden, was sie in ihrem Verhalten ändern müssen, um eine Umgebung zu unterbinden, die Sexismus und die falsche Behandlung von Frauen nährt, haben sie eine bekannte Vorgeschichte darin, nicht bereit zu sein, diese Änderungen einzuführen", heißt es zum Abschluss.

Den vollständigen Text von Barry Hawkins findet Ihr hier.

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