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Ex-Mitarbeiter berichten über angeblichen Sexismus bei Riot Games

Geposted von Funk1ll3r,
Zu Beginn der Woche veröffentlichte die Webseite Kotaku einen langen Bericht, in dem sich viele frühere, aber auch aktuelle Angestellte von Riot Games über Sexismus und andere negative Erfahrungen, die sie während ihrer Zeit im Unternehmen gemacht haben sollen, äußerten. Im Anschluss sprachen auf verschiedenen Plattformen weitere (Ex-)Mitarbeiter über das Thema - und viele bestätigten die im Bericht aufgeführten Anschuldigungen.
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Über 25 aktuelle und ehemalige Angestellte von Riot Games sprechen in Cecilia D'Anastasios Bericht mit über 7.500 Wörtern auf Kotaku über ihre eigenen Erfahrungen, zum Beispiel zu den Themen Frauenfeindlichkeit und sexuelle Belästigung, die bei Riot Games stellenweise in verschiedenen Formen vorherrschen sollen.

Rund die Hälfte dieser Personen, die aus vielen Frauen, aber auch Männern bestehen, erzählen dabei von einer "Bro-Kultur", die im Unternehmen sehr präsent sein soll. Diese führe zu einer Geschlechterdiskriminierung, Mobbing am Arbeitsplatz und verschiedenen weiteren Formen von Verhaltensmustern, die Riot Games nach eigenen Angaben schärfstens verurteilt und zu verhindern versucht.



Diese Probleme sollen sich dabei nicht nur auf den Einstellungsprozess von neuen Mitarbeitern beziehen, sondern sich auch auf die Zeit danach erstrecken. Mehrere Frauen erklären, dass für sie geplante Beförderungen ohne nachvollziehbare Gründe an deutlich unerfahrenere Männer gegeben wurden.

Eine Frau schildert, dass ihr eine Beförderung verweigert worden sei, nachdem sie einen Vorgesetzten abgewiesen hat, der sich auf einer Party an sie herangemacht haben soll. Stattdessen habe ein enger Freund des Vorgesetzten mit deutlich weniger Erfahrung die Position erhalten. Die Frau sei später gefeuert und "wie eine Kriminelle" aus dem Office hinausbegleitet worden.

Eine andere Frau habe keine Möglichkeit auf einen Aufstieg gehabt, weil sie "sehr direkt" und ihr Feedback "offen" gewesen sei. Andere Frauen und ihre Ideen seien beispielsweise in Meetings absichtlich von ihren männlichen Kollegen übergangen worden, indem diese einfach lauter gesprochen haben. Für die eigenen Ideen zu kämpfen, habe zu Strafen geführt, heißt es weiter.

Die Leistungsgesellschaft, die sich Riot Games auf die eigene Fahne geschrieben hat, sei mehr Schein als Sein. Das Unternehmen ähnele eher einer "Bruderschaft", so eine frühere Angestellte.

Kotaku-Artikel führt zu Kettenreaktion



Nach Veröffentlichtung des Berichts äußerten sich viele ehemalige und auch aktive Riot-Mitarbeiter, zum Beispiel EU LCS-Caster Trevor "Quickshot" Henry, zu den Anschuldigungen. Einige von ihnen bestätigen diese und sprechen den betroffenen Personen ihre Unterstützung aus.

Manche berichten davon, dass sie selbst keine negativen Erfahrungen gemacht haben, zweifeln gleichzeitig aber nicht an der Glaubwürdigkeit der Aussagen. So scheinen sich die Anschuldigungen wohl eher auf einen kleineren Teil des rund 2.500 Mitarbeiter großen Unternehmens zu beziehen.





















Riot ergreift Maßnahmen



"Dieser Artikel beleuchtet Bereiche, in denen wir unseren eigenen Werten nicht gerecht geworden sind, was bei Riot nicht weiter bestehen wird", schrieb Joe Hixson, Communication Lead bei Riot, in einem Statement.

"Wir haben gegen viele der Beispiele aus dem Artikel Maßnahmen ergriffen und wir sind verpflichtet, weiter zu suchen, jeden Fall zu adressieren und die zugrundeliegenden Ursachen anzugehen. Jeder Riotler muss dafür verantwortlich sein, eine Umgebung zu schaffen, in der jeder die gleichen Chancen hat, gehört zu werden, in der eigenen Rolle zu wachsen, in der Organisation voranzuschreiten und das eigene Potenzial zu erreichen."



Nach Angaben von ESPN feuerte Riot Games im Juni den damaligen leitenden Schiedsrichter der NA LCS, Raven Keene. Der Grund dafür soll angeblich sexuelles Fehlverhalten gewesen sein.

"Ich denke, dass Riot sehr schnell gewachsen ist. Keine geplante organisatorische Struktur zu haben, hat uns geschadet", erklärt ein aktueller Riotler im Kotaku-Bericht. "Wir versuchen jetzt, das zu beheben. Es ist nur schwer, Dinge zu beheben, wenn sie schon angefangen haben. Es ist leichter, Dinge auf die richtige Art und Weise zu starten und darauf aufzubauen."

Mit den massiven Anschuldigungen steht Riot Games vor einer großen Aufgabe, die gleichzeitig die Chance bietet, das eigene Unternehmen und die Atmosphäre in diesem für alle Menschen besser zu machen. Die Szene wird nach den jüngsten Berichten ohne Zweifel aufmerksam darauf schauen, wie sich diese Thematik um den Publisher von League of Legends in Zukunft entwickelt.

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    Marco Gnyp
    Leitender Redakteur
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