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Akute Langweile in der EU LCS - ein Kommentar

Geposted von Hymer,
Die LCS biegt mit rasender Geschwindigkeit auf ihre Zielgerade ein und bald dürfen wir uns schon wieder auf die Playoffs freuen. In Europa kommt jedoch keine Spannung im „Playoff-Race“ auf. Zu deutlich sind die Leistungsunterschiede der einzelnen Teams. Ganz anders sieht es dagegen in der NA LCS aus.
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Der Summer Split der europäischen LCS ist quasi eine direkte Kopie des Spring Splits. Die Top-Teams dominieren in ihrer jeweiligen Gruppe, namentlich der dreifache Champion G2, die Unicorns of Love und H2k-Gaming. Zudem konnte Fnatic in diesen elitären Kreis vorstoßen.

Am Tabellenende kämpfen die Teams gegen den Abstieg, auch wenn manche Teams sich der Bedeutung des Wortes „Kampf“ wohl nicht bewusst sind. Dies war Origen im Spring Split, im Summer haben die Ninjas in Pyjamas diese Rolle mit Bravour übernommen.

Die aktuelle Lage in der EU LCS

Die Playoff-Plätze sind meiner Meinung nach ganz klar verteilt. In Gruppe A werden diese von Fnatic, G2 und den Misfits erreicht werden. Genau diese Teams erreichten bereits im Spring Split die Playoffs.

Auch in Gruppe B werden die gleichen Teams wie im Split zuvor den Sprung in die Playoffs schaffen, namentlich die Unicorns of Love, H2K und Splyce. Durch die Schwäche der Unicorns in der vergangenen Woche ist in den Kampf um die Tabellenführung nochmal ein wenig Feuer gekommen.

Trotzdem werden von den genannten Teams wohl die großen Vier und aktuell Erst- und Zweitplatzierten, G2/Fnatic/H2K/UoL, den Titel unter sich ausmachen. Die Misfits und Splyce stehen eine Stufe unter diesen Teams und werden lediglich Außenseiterchancen haben.



Die „zweite“ Klasse der EU LCS bilden die Teams ROCCAT und Vitality. Für diese ist das Erreichen der Playoffs nahezu unmöglich. Mit dem Abstieg werden sie (zumindest ROCCAT) ebenfalls exakt wie im Spring Split nichts zu tun haben.

Dies liegt vor allem an der Schwäche der beiden Letztplatzierten, den Ninjas in Pyjamas und den Mysterious Monkeys. Diese bilden die „dritte“ Klasse. Den beiden LCS-Neulingen wurde zu Beginn des Splits eine gewisse Eingewöhnungszeit gewährt, diese ist seit langer Zeit verstrichen.

NiP hat sich als das Origen des Summer Splits herausgestellt und ist mit einer aktuellen Bilanz von 0:9 auf dem besten Wege, den 0:13-Rekord von Origen einzustellen.

Die Monkeys sehen da seit der Addition der Veteranen Mateusz 'Kikis' Szkudlarek und Maurice 'Amazing' Stückenschneider schon ein wenig besser aus. Zwar besser als NiP, ist das Erreichen der Playoffs dennoch mit einem großen Fragezeichen zu versehen.

Diese Leistungsdifferenzen führen dazu, dass die EU LCS für den neutralen Zuschauer unattraktiv und gar langweilig wird. Niemand rechnet z. B. mit einem Erfolg der Monkeys gegen Fnatic. Spannende Duelle ergeben sich daher nur innerhalb der einzelnen Klassen. Wie gesehen können z. B. die Unicorns und Fnatic eine ausgeglichene Bo3-Serie hinlegen, ebenso die Misfits und Splyce.



Duelle gegen Teams aus anderen Klassen sind allerdings eindeutige Angelegenheiten und Match-Siege ergeben sich lediglich durch verpatzte Pick-und-Bann-Phasen. So gesehen in Spiel 1 der Serie zwischen Vitality und G2.

Ein Shout-Out sollte an dieser Stelle an ROOCAT gehen, die es als einziges Team schaffen, die Phalanx der Top-Teams zu durchbrechen. So gesehen im Spring Split, als die Männer von Coach Fabian 'GrabbZ' Lohmann die perfekte Saison von G2 durchkreuzten. Ebenfalls konnten mit Fnatic und den Unicorns diesen Split zwei Erstplatzierte geschlagen werden. Chapeau.

Eine Niederlage gegen die Monkeys sei dem Team da verziehen. Durch ihre Inkonstanz haben sie sich zur „Wildcard“ in der EU LCS entwickelt, bei der man nie weiß, was man letztendlich serviert bekommt. Automatisch ist ROCCAT dadurch eines der interessantesten Teams der Liga.

Das System der EU LCS als großer Nachteil?

Natürlich hat die Einführung des Bo2-Formats bzw. des Bo3-Formats seit diesem Jahr dazu beigetragen, dass Überraschungserfolge seltener geworden sind. Der Wechsel weg von einer Bo1-organisierten Liga war dennoch der richtige Schritt.

Vielmehr liegt die fehlende Spannung an den Leistungsdifferenzen der einzelnen Teams. Natürlich gibt es in jeder Liga stärkere und schwächere Teams, die Leistungsunterschiede sind jedoch in der EU LCS eklatant.



Das gruppenbasierte-System trägt sicherlich ebenfalls seinen Anteil dazu bei. Da es in jeder Gruppe nur einen Absteiger gibt, sind die zweitletzten Teams in ihrer jeweiligen Gruppe sicher für den nächsten Split qualifiziert.

Dies kann zu einer Hemmung der Weiterentwicklung führen. Vitality ist hierzu das passende Beispiel. Aufgrund der Unfähigkeit von Origen stand der Nichtabstieg im Spring Split bereits lange Zeit fest. Eine 3:10-Saison kann dann schnell abgehakt werden.

Ähnliches spielt sich zurzeit ab. Die Playoffs sind außer Reichweite, Raum für Verbesserungen wäre mit Jakob 'YamatoCannon' Mebdi durchaus gegeben. Eine Entwicklung des Teams bleibt jedoch aus.


Die EU LCS im internationalen Vergleich

Lange war die Stärke der Top-Teams das Ass im Ärmel, wenn es darum ging, die Leistungsdifferenzen der einzelnen Teams zu begründen. Seit den Rift Rivals hat dieses Argument jedoch eine ordentliche Delle bekommen.

Fnatic sei das stärkste Team der Rift Rivals und wird die nordamerikanische Konkurrenz mit ihrem Stil überrollen. Genau das Gegenteil ist eingetreten. Die Teams aus NA überrollten die europäischen Teams mit ihren Engage-Comps und den aggressiven Spielzügen im Early-Game. Fnatic schied mit einer 2:4-Bilanz bereits in der Gruppe aus.

Team SoloMid war das dominierende Team der Rift Rivals. Genau dieses TSM befindet sich aktuell auf einem geteilten zweiten Rang in der NA LCS. Das „beste Team im Westen“ muss in seiner eigenen Liga hart um ein Playoff-Bye in der ersten Runde kämpfen.

Schuld daran sind zum einen die anderen Top-Teams Counter Logic Gaming und die Immortals, welche beide durch den Jungler-Tausch vor Beginn des Summer Splits die richtige Teamchemie gefunden haben.

Zum anderen ist nicht jedes Duell für TSM ein Selbstläufer. Erst am vergangenen Samstag verlor das Team klar und deutlich mit 0:2 gegen Team Dignitas. Ein Team, welches eigentlich in der Klasse unter den Top-Teams angesiedelt ist.

Dieses Team Dignitas konnte in der Woche zuvor bereits CLG mit 2:0 schlagen und hat sich aus dem Nichts zu einem heißen Kandidaten entwickelt. Wo sind die europäischen Teams, die eine solche Entwicklung innerhalb eines Splits hinlegen können?



Das Race um eine gute Ausgangsposition für die Playoffs ist also im vollen Gange. Auch am Tabellenende herrscht Spannung. Phoenix1, das wohl zweitbeste Team der Rift Rivals, konnte seit seiner Rückkehr in die NA LCS noch keine Serie gewinnen und befindet sich auf dem letzten Platz in der Tabelle. Selbst Team Liquid, für die es während des gesamten Splits alles andere als rosig aussah, konnte durch die Siege gegen Team EnVyUs und eben P1 eine 2:0-Woche hinlegen.

Sowohl der Kampf um die Playoff-Plätze als auch der Kampf zur Vermeidung der Teilnahme am Relegationsturnier verspricht Spannung für die kommenden Wochen.



Auch in der LCK herrscht ein heißer Kampf um die ersten Plätze. Aktuell liegen Longzhu Gaming, Samsung Galaxy und KT Rolster gleichauf an der Spitze. Ein Tanz auf der Rasierklinge um den direkten Finaleinzug und einen direkten Platz im Halbfinale.

Weltmeister SK Telecom T1 hat sich aus diesem in den vergangenen Wochen verabschiedet. Die letzten neun Begegnungen verlor der Rekordchampion am Stück. Darunter reihte sich auch eine 0:2-Niederlage gegen die Jin Air Green Wings, ein Team außerhalb der Playoffs ein. Der Gedanke, dass z. B. G2 oder Fnatic neun Spiele in Folge verlieren könnten, ist unvorstellbar.

Fazit

Die EU LCS befindet sich aktuell in einem Zustand der Unbeweglichkeit. Weder an der Tabellenspitze noch am Tabellenende herrscht wirklich Spannung. Dadurch verliert die Liga einen Großteil ihrer Attraktivität.

Daran sind zwar auch die europäischen Strukturen, aber hauptsächlich die Teams bzw. die Leistungsunterschiede zwischen diesen verantwortlich. Dies führt wiederum dazu, dass ein Großteil der Spiele vorhersagbar ist, was sich wiederum negativ auf die Attraktivität der gesamten Liga auswirkt.

Im Vergleich mit den anderen großen Ligen hinkt die EU LCS in Sachen Spannung um einiges hinterher. Trotzdem geht der Blick nach vorne. Die reguläre Saison neigt sich ihrem Ende zu und die Playoffs stehen an. Mit diesen kehrt auch die Spannung in die EU LCS zurück.

Und hierin übertrumpft die europäische Liga ihren Zwilling aus Nordamerika. Während TSM (wahrscheinlich) den Einzug in das Finale schaffen wird, steht der Ausgang der EU LCS in den Sternen. Von den vier Top-Teams kann jedes das Finale erreichen und sich schließlich als First Seed für die Worlds qualifizieren.

Was haltet ihr von dem Zustand der EU LCS? Ist diese langweilig? Ist sie der NA LCS in Sachen Spannung und Attraktivität unterlegen?

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